Hunderte Musiker im Konzertsaal und dann: Let‘s get loud!

dz50 Jahre Bachkreis

„Herr der Ringe“ mit vollem Körpereinsatz, ein Gesangsduett als Sahnehäubchen und zum Höhepunkt: „Let‘s get loud“. Bergkamen hat mit Hunderten Musikern das Jubiläum des Bachkreises gefeiert.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 16.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Möglicherweise muss die Konzertaula in Kamen nun auf Risse im Gemäuer untersucht werden. Denn so viel dröhnende Standing Ovations wie am Samstag, als die Bachkreis-Familie mit einem fulminanten Festkonzert ihr 50-jähriges Bestehen feierte, dürfte das Auditorium nur selten erlebt haben.

Zur Bachkreis-Familie zählen inzwischen einige hundert Musikerinnen und Musiker, die im Laufe ihrer schulischen Karriere am Städtischen Gymnasium Bergkamen musikalisch genug waren, um in das Orchester aufgenommen zu werden. Über 400 Ehemalige schickten ihre Zusage zum Jubiläum, 160 waren bereit, in einem „Ehemaligen“-Bachkreis-Orchester neu aufzuspielen.

Bachkreis als Botschafter in der Sprache der Musik

Den hohen Stellenwert des Bachkreises konnte man an der Liste der vielen Ehrengäste ablesen. Der Bergkamener Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich betonte in seiner Festrede die wichtige Rolle des Bachkreises als Botschafter in der Sprache der Musik, welche auf allen Kontinenten verstanden wird. Ulrich bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern sowie Bettina Jacka, Dirigentin und zugleich Ehemalige, die nun zusammen mit Dorothea Langenbach die musikalischen Fäden zusammenhält, und dem Vorsitzenden des Fördervereins Peter Schäfer.

Hunderte Musiker im Konzertsaal und dann: Let‘s get loud!

Über 400 Ehemalige schickten erfreulicherweise postwendend ihre Zusage, 160 waren sogar bereit, in einem „Ehemaligen“-Bachkreis-Orchester neu aufzuspielen. © Borys Sarad

Dass die Bachkreis-Familie sogar schon einen „Ableger“ im Norden bekommen hat, zeigte sich am Auftritt des Jugendorchesters Westerstede mit seinem Dirigenten Markus Sarwas, einem ehemaligen Bachkreisler, und Dirigentin Christine Hackbarth. Auch die beiden Bachkreis-Orchester unter der Leitung von Kantor Hans-Christian Tacke bewiesen wieder einmal ihr großartiges musikalisches Können.

Let‘s get loud

Nach der Pause kam es zu einem orchestralen Höhepunkt. Nicht nur, dass über 160 „Ehemalige“ unter der Leitung von Bettina Jacka den Stimmungspegel mit „Let’s get loud“ um einige Grad weiter nach oben drehten. Am Dirigentenstab abgelöst wurde Jacka nämlich von dem „Ehemaligen“ Christoph Scholz-Tochtrup, einst Nachfolger von Horst Römer. Mit viel Witz und Humor beweist dieser nun auch sein umwerfend komödiantisches Talent.

Und selten zuvor dürfte auch der „Herr der Ringe“ mit so viel empathischem Körpereinsatz des Dirigenten aufgeführt worden sein. Die Ehemaligen Christina Senne und Benedikt Boijda setzten mit ihrem grandiosen Gesangs-Duett dem Ganzen das Sahnehäubchen auf.

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Noch einmal Horst Römer am Dirigentenpult

Für diejenigen, die noch nicht wussten, wie man seinerzeit zum Bachkreisler wurde, gab es von Petra Staltz die augenzwinkernde Erklärung: „Wenn wir an unserem ersten Schultag im Gymnasium bei Horst Römer einen Rhythmus so einigermaßen nachmachen konnten, hatten wir die Prüfung auch schon bestanden – und waren fortan Mitglied im Bachkreis.“ Natürlich musste am Ende auch Horst Römer höchstselbst aufs Dirigentenpult – und ließ damit die guten alten Zeiten wieder aufleben.

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