Holzfäller vertreiben den Habicht vom Beversee

dzNabu-Naturwanderung

Naturschützer Karl-Heinz Kühnapfel macht sich Sorgen um die Tiere im Beversee-Gebiet. Der Grund dafür ist unter anderem neben dem Parkplatz an dem Naturschutz-Gebiet zu besichtigen.

Bergkamen

, 27.12.2018, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dort lagern Baumstämme, die der Regionalverband Ruhr hat fällen lassen. Diese Form der Forstwirtschaft ist Kühnapfel ein Dorn im Auge, wie er bei der naturkundlichen Weihnachtswanderung des Nabu sagte: „Uns wäre es lieber, wenn mehr Totholz im Wald liegen bliebe.“ Auf diese Weise würde mehr Lebensraum für Tiere entstehen.

Gleichwohl fühlen die sich noch immer wohl am Beversee, wie Kühnapfel seinen Mitwanderern erläuterte. Allerdings habe auch hier der Vogelbestand nachgelassen. Dieses Phänomen sei auch andernorts zu beobachten. Wegen fortschreitender Wohn- und Industrieansiedlungen gingen den Vögeln die Nahrungsgrundlagen aus.

Früher gab es Nachtigallen

So seien inzwischen die Nachtigallen aus dem Beverseegebiet verschwunden. „Im Jahr 2000 habe ich noch ungefähr 10 Exemplare gezählt“, sagte Kühnapfel. Und diesem Jahr ist dann auch noch der Habicht ausgeblieben. „Den hat wohl die Baumfällaktion vertrieben“, meinte Kühnapfel. Aber die Abwesenheit des Greifvogels muss nicht von Dauer sein: „Im nächsten Jahr kommt er vielleicht wieder.“

Holzfäller vertreiben den Habicht vom Beversee

Die Naturwanderer auf ihrem Weg ins Beverseegebiet. © Stefan Milk

Der Bussard ist noch da

Zumal sich der Bussard am Beversee durchaus noch wohlfühlt.

Und auch sonst müssen sich die Naturwanderer keine Sorgen machen, dass das Vogelgezwitscher am Beversee endgültig zum Erliegen kommt. Schließlich begegneten ihnen im Wald eine ganze Reihe von Vögeln. Sie sichteten zum Beispiel unterschiedliche Meisenarten und auch Erlenzeisige. „Die sind hierzulande im Winter gar nicht so selten“, meinte Kühnapfel. „Vorausgesetzt es gibt noch ausreichend Erlen. Und naturgemäß fühlen sich auch Wasservögel am und auf dem Beversee besonders wohl. Auf der Wasserfläche beobachteten die Wanderer an die 800 Enten. „Die meisten davon sind Stockenten“, erklärte Kühnapfel.

Niedriger Wasserpegel

Denen macht es auch nichts aus, dass der Wasserpegel des Sees deutlich niedriger liegt als sonst im Winter. Das liegt am extrem heißen und trockenen Sommer, erläuterte Kühnapfel. Davon seien eher die Fische betroffen. Allerdings sind im Beverseegebiet eine ganze Reihe von Wasserlöchern ausgetrocknet, in denen kleine Tiere lebten. „Bis die wieder gefüllt sind, muss es noch ordentlich regnen“, sagte Kühnapfel.

Doch trotz Baumfällerei und Klimawandel. Die Gefahr, dass das tierische Leben am Beversee erlischt, sieht Naturschützer Kühnapfel vorerst nicht: „Wenn wir Menschen irgendwann nicht mehr da sind, wird es die Vögel noch geben.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Müllabfuhr
Die Abfallgebühren in Bergkamen sollen steigen: Wie sich Mehrkosten vermeiden lassen
Hellweger Anzeiger Amtsgericht Kamen
Zustände wie im Wilden Westen: Jugendlicher trägt geladene Schreckschusswaffe bei sich
Meistgelesen