Hirnlose Liebeserklärung beschädigt die neue Plattform am Beversee

dzVandalismus

Die neue Aussichtsplattform am Beversee ist schon wieder beschädigt. Unbekannte haben sie mit Farbe beschmiert. Das ärgert nicht nur den Regionalverband Ruhr (RVR), sondern auch viele Bergkamener.

Bergkamen

, 05.08.2020, 13:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Karlheinz Röcher vom „Aktionskreis Wohnen und Leben“ aus Rünthe am Dienstagmorgen einen Spaziergang am Beversee unternahm, glaube er seinen Augen kaum zu trauen: Ein Unbekannter hat die Planken auf der Aussichtsplattform und auf dem Zugang dick mit blauer Farbe beschmiert. Offenbar glaubte er oder sie, eine besonders originelle Stelle für eine Liebeserklärung gefunden zu haben, die an „Bärchen“ und „Hase“ gerichtet ist.

An den Geländern am Ufer sind Bretter abgetreten worden.

An den Geländern am Ufer sind Bretter abgetreten worden.

Hölzerne Schutzgeländer am Seeufer zerstört

Das ist nicht die einzige Beschädigung an der Plattform. Unbekannte haben auch die hölzernen Geländer neben der Plattform zum Teil zerstört. Das Geländer soll das Ufer schützen.

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Die Beschädigung ist nicht die erste an der erst zu Pfingsten aufgestellten Plattform. Bereits vor einigen Wochen hatten Unbekannte etwas mit Grillkohle-Resten auf die Plattform gemalt, obwohl Grillen im Naturschutzgebiet selbstverständlich verboten ist. Außerdem hatten Metalldiebe versucht, die Geländer zu stehlen.

Die unbekannten Täter haben auch den Steg, der zur Plattform führt, mit ihren Schmierereien beschädigt.

Die unbekannten Täter haben auch den Steg, der zur Plattform führt, mit ihren Schmierereien beschädigt.

Einsatz von chemischen Mitteln ist schwierig

Das ließ sich noch vergleichsweise einfach entfernen. Bei der blauen Farbe sieht das anders aus. Dirk Janzen, Teamleiter beim RVR Ruhr Grün, will sich nach chemischen Mitteln erkundigen, mit denen sich die Farbe entfernen lässt. Das Problem: Sie müssen auch im Naturschutzgebiet verwendbar sein. „Unter der Plattform befindet sich Wasser. Da darf natürlich keine Chemie hinein gelangen“, sagt Janzen.

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Für die weitere Ausstattung der Plattform hat der Vorfall Konsequenzen. Geplant ist, Fahrradständer, Infotafeln, Nistkästen für Vögel, ein Insektenhotel und vor allem ein Fernglas aufzustellen. Das Fernglas soll Besuchern ermöglichen, die Kormorane auf dem See oder die Spechthöhlen auf der anderen Seeseite genauer zu betrachten.

RVR stellt Fernglas vorerst nicht auf

Dabei hat Bergkamen sozusagen jetzt Bewährung. Janzen will das Fernglas, das bereits bestellt ist, im Gegensatz zur restlichen geplanten Ausstattung erst einmal nicht aufstellen. Das Fernrohr kostet mehrere tausend Euro. Die Angst vor einer Zerstörung ist beim RVR zu groß. „Wir werden erst einmal abwarten, wie sich die Situation an der Plattform entwickelt“, sagt Janzen

.Die erneute Zerstörung hat nur einen positiven Effekt. Bei Janzen haben sich schon mehrere Bergkamener gemeldet und ihre Arbeitskraft beim Instandsetzen der Plattform angeboten.

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