Heimspiel im Abstiegskampf

dzSPD Oberaden feiert 110-jähriges Bestehen

Der neue NRW-Landesvorsitzende Sebastian Hartmann kommt zum 110-jährigen Bestehen der SPD Oberaden. In seiner Festrede beschwört er den Kampfgeist der Sozialdemokraten.

Oberaden

, 14.10.2018, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für einen SPD-Vorsitzenden muss es in diesen Tagen ein seltsames Bild gewesen sein: Als der erst kürzlich gewählte SPD-Landesvorsitzende Sebastian Hartmann an diesem Sonntag im Martin-Luther-Zentrum die Festrede zum 110-jährigen Bestehen hielt, blickte er in einen vollen Saal, in dem sich keineswegs nur das letzte Häufchen widerstandsfähiger Sozialdemokraten versammelt hatte. Von den meisten größeren Vereinen aus dem Ortsteil waren Delegationen gekommen, um zum Jubiläum zu gratulieren. Zwar mag auch der eine oder andere im sozialdemokratisch geprägten Oberaden neben dem Mitgliedsausweis seines Vereins auch das SPD-Parteibuch in der Tasche gehabt haben. Dennoch war die Masse an Gästen an einem Tag bemerkenswert, an dem die SPD darum fürchtete, bei der Bayern-Wahl überhaupt noch ein zweistelliges Ergebnis zu erreichen.

Der Ortsvereinsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Rüdiger Weiß beschwor denn auch die Gemeinschaft mit den anderen Vereinen als eine Art Erfolgsrezept für die Sozialemokratie in Oberaden. In der Tat scheinen die Uhren in Bergkamen und speziell in Oberaden ein wenig anders zu gehen, als anderswo im Land. Immerhin holte Weiß, der keiner von den prominenten SPD-Abgeordneten im Landtag ist, zweimal hintereinander das beste Wahlergebnis bei Landtagswahlen.

Heimspiel im Abstiegskampf

Der Landesvorsitzende Sebastian Hartmann hielt die Festrede zum 110-jährigen Bestehen des Ortsvereins Oberaden. © Borys Sarad

Vorsitzender fordert klare Kante

Trotzdem herrschte bei weitem keine friedliche Geburtstagsstimmung unter dem sozialdemokratischen Teil der Festgäste. Fast alle Redner – von Bürgermeister Roland Schäfer über den Fraktionsvorsitzenden Bernd Schäfer bis zu den Vorsitzenden der anderen Bergkamener Ortsvereine betonten die Erfolge der Sozialdemokratie seit ihrer Gründung und sagten, wie wichtig die SPD auch weiterhin für eine demokratische, freiheitliche und tolerante Republik ist.

Hartmann jedoch appellierte in seiner Rede, sich mit den Rückblicken auf bessere Zeiten nicht zu lange aufzuhalten. „Für die Sozialdemokratie ist der beste Tag in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit“, sagte er.

Ein Erfolgsrezept, wie die Sozialdemokratie wieder nach oben in der Wählergunst kommt, lieferte er auch. Die SPD soll sich auf ihre Rolle als Vertreterin der Arbeitnehmer zurückbesinnen – auch in der neuen, digitalisierten Arbeitswelt. „Technologischer Fortschritt muss auch in sozialen Fortschritt umgewandelt werden“, forderte er in seiner Rede. Außerdem forderte er die SPD auf, „Haltung“ gegenüber Populisten zu zeigen und sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen. Er versicherte, dass die NRW-SPD in diesem Sinne auch klare Signale nach Berlin senden will.

Nach dem offiziellen Teil folgte der gemütliche, mit Musik von Buck Wolters und Dimitri Telmanov. Die Diskussionen unter den Gästen um die SPD und ihre Zukunft u aber gingen weiter.

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