Heimatministerin sieht Chance im Strukturwandel

dzBarbarafeier des Männervereins

Zur Barbarafeier des evangelischen Männervereins Weddinghofen und des Knappenvereins ist Tradition. Zum Bergamt hielt NRW-Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) die Festrede..

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 09.12.2018, 14:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war sicherlich eine der denkwürdigsten Barbarafeiern, zu der am Samstagmorgen der Weddinghofer Knappenverein „Glück Auf“ und der Evangelische Männerverein in die Auferstehungskirche eingeladen hatten. Denn dieses Mal wurde nicht nur der Schutzpatronin der Bergleute gedacht, es war zugleich auch ein Abschiedsgottesdienst für den Steinkohlebergbau.

„Als große Chance für die Menschen im Ruhrgebiet“ beschrieb Ina Scharrenbach, als NRW-Ministerin zuständig für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, in ihrer Festrede den erneut notwendigen Strukturwandel, den die Bergbauregionen nun nach Kohle und Stahl zu bewältigen hätten. Und dass dies gerade für die Menschen im Ruhrgebiet kein Problem darstellen dürfte, hätten die bereits in den Nachkriegsjahren des zweiten Weltkriegs bewiesen, als sie sich nicht entmutigen ließen und mit dem konsequenten Wiederaufbau das deutsche Wirtschaftswunder erst möglich gemacht hatten.

Für die „Stiftung Industriekultur“ sei es jetzt besonders wichtig, so Scharrenbach, das Wissen, die Fähigkeiten und nicht zuletzt auch das kulturelle Erbe, das der Bergbau hervorgebracht habe, zu sichern und zu bewahren, um am Ende mit diesen Erfahrungen auch erfolgreich die Zukunft zu gestalten. Scharrenbach kam vom CDU-Bundesparteitag, wo sie in den Bundesvorstand gewählt wurde.

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Zu den vielen Spuren, die der Bergbau insbesondere im Ruhrgebiet hinterlassen habe, gehörten auch die vielen Kanäle, erfuhren zuvor die Besucher des ökumenischen Gottesdienstes in der Auferstehungskirche, der von Pfarrer Christoph Matthies zusammen mit Diakon Andreas Hintermüller gestaltet wurde.

Und so lag es nahe, dass in dem Lied „Es kommt ein Schiff geladen“ nicht nur das schwarze Gold, die Kohle, über den Kanal geschippert wurde, sondern auch Gottes Sohn und des Vaters ewiges Wort, das den Menschen die Hoffnung für die Zukunft bringe, wie es Diakon Andreas Hintermüller in seiner Predigt beschrieb.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Gottesdienstbesucher zum sogenannten „Bergamt“ im benachbarten Martin-Luther-Haus. Allerdings handelt es sich bei dieser Art von „Bergamt“ nicht um eine Bergbaubehörde, sondern vielmehr um eine „kurze oder etwas längere Mitarbeiterbesprechung“ der Bergleute, die immer mal nötig war, um wichtige Informationen auszutauschen.

Wolfgang Kerak vom Evangelischen Männerverein konnte dazu nicht nur viele ehemalige Bergleute begrüßen, von denen die meisten ihre schwarze Bergmannskluft angezogen hatten, sondern auch viele Mitglieder aus den Weddinghofer Vereinen und von der KAB St. Elisabeth aus Bergkamen-Mitte.

In seinem Grußwort erzählte Bürgermeister Roland Schäfer von den sechs kleinen Dorfweihern, die durch den Bergbau zu einer Stadt herangewachsen waren. Er erzählte von den vielen Spuren, die der Bergbau auch in Bergkamen hinterlassen habe und die nun von ehemaligen Bergleuten im Stadtmuseum für die Nachwelt lebendig erhalten würden.

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