Haus Heil schließt im kommenden Jahr

dzNach über 100 Jahren

Die Inhaberin will die Oberadener Gaststätte „Haus Heil“ zum 31. März 2019 aufgeben. Viele Vereine suchen jetzt einen neuen Ort, an dem sie sich treffen können.

Oberaden

, 30.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Viele Oberadener Vereine müssen im kommenden Jahre eine neue Heimat suchen. Wie die Inhaberin Marion Heil-Klute auf Nachfrage bestätigte, will sie die Gaststätte „Haus Heil“ an der Rotherbachstraße zum 31. März 2019 schließen. Sie werde bald 60 Jahre alt und wolle sich nach 46 Jahren in der Gastronomie mehr der Familie und vor allem ihren Enkeln widmen, sagte die Gastwirtin. Sie hatte die Gaststätte, die es seit über 100 Jahren in Oberaden gibt, von ihren Eltern übernommen. Nach ihren Angaben hat sie auch keinen Nachfolger, der den Betrieb übernehmen würde.

In Oberaden kursieren offenbar schon seit Tagen alle möglichen Gerüchte um die Schließung und das künftige Schicksal des Gebäudes. Bisher stehe aber noch gar nicht fest, was aus dem Gaststättengebäude wird, sagte Marion Heil-Klute. Das müsse sich in den kommenden Monaten erst noch zeigen.

Ortsvorsteher verspricht Hilfe

In der letzten großen Gastwirtschaft mit Saalbetrieb in Oberaden haben viele Vereine ihre Heimat, die jetzt nach anderen Räumen suchen müssen. Dieter Heuer, der Vorsitzende des Schützenvereins Oberaden, bestätigte auf Nachfrage, dass der Schützenverein sich nach neuen Räumen umschauen muss. Die Raumfrage soll auch Thema bei der nächsten Vorstandssitzung sein, die der Schützenverein Ende September abhält. Eine andere Gaststätte in Oberaden kommt für die Schützen wahrscheinlich nicht in Frage – zumindest nicht für größere Versammlungen. Heuer geht davon aus, dass wahrscheinlich nur öffentliche Gebäude in Betracht kommen.

Ortsvorsteher Michael Jürgen sicherte zu, dass er sich bemühen werde, bei der Suche nach neuen Gebäude zu helfen. Er selbst ist als Mitglied des Theatervereins Volksbühne 20 ebenfalls betroffen. Möglicherweise könnten die Räume im Jugend- und Vereinsheim an der Preinstraße von den Vereinen genutzt werden, sagte der Ortsvorsteher.

Die Situation in Oberaden würde damit ähnlich wie in anderen Bergkamener Stadtteilen, in denen es keine große Gaststätte mit Saalbetrieb mehr gibt. Auch dort sind die Vereine weitgehend auf öffentliche Gebäude ausgewichen. In Rünthe treffen sich viele Vereine beispielsweise in der Mensa der Regenbogenschule und in Bergkamen-Mitte im VHS-Gebäude „Treffpunkt“. In Weddinghofen will die alevitische Vereinigung ihr Zentrum nach dem geplanten Umbau stärker den Vereinen zur Verfügung stellen. Dort hatte schon vor Jahren die Gaststätte Lenz geschlossen. Außerdem hat die Stadt die Heide-Hauptschule schon vor einigen Jahren aufgegeben, deren Turnhalle ebenfalls von Vereinen genutzt wurde.

Die Stadt muss sich nach einem neuen Wahllokal umsehen. Dass Haus Heil ist eine der letzten Gaststätten, die die noch als Wahllokal genutzt wurde.

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