Hanf im Straßengraben: Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

dzTurmweg

Eine Bergkamenerin ist möglicherweise am Turmweg auf die Spuren eines Drogendelikts gestoßen. Die Polizei hat mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen.

Bergkamen

, 03.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Bergkamenerin, die regelmäßig mit ihrem Hund auf dem Turmweg spazieren geht, hat im Straßengraben eine überraschende Entdeckung gemacht: Sie hat dort die Reste von Hanf-Pflanzen gefunden. Vermutlich handelt es sich um Cannabis, dessen Konsum nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten ist. Ausnahmen gelten nur für Patienten, die Cannabis aus medizinischen Gründen vom Arzt verschrieben bekommen.

Ärger über mutmaßlichen Grünschnitt

Die Bergkamenerin hatte sich nach eigenen Angaben schon seit einigen Tagen über den mutmaßlichen Grünschnitt geärgert, den sie an beiden Seiten des Turmwegs im Graben gesehen hatte. „Das ist eigentlich ein Entwässerungsgraben, aber der Abfluss war durch die Pflanzen erkennbar behindert. Sie haben den Graben regelrecht verstopft“, schildert sie. Die Pflanzen befanden sich an dem Abschnitt westlich des Turmwegs in Richtung der Straße „Im alten Dorf“.

Als die Frau am zweiten oder dritten Tag zusammen mit dem Hund und mit einer Freundin in den Feldern unterwegs war, schaute sie dann doch erst einmal nach, was die Unbekannten dort eigentlich entsorgt hatten.

An den Pflanzen befanden sich noch die Wurzelballen. Offenbar wuchsen sie in Töpfen.

An den Pflanzen befanden sich noch die Wurzelballen. Offenbar wuchsen sie in Töpfen. © privat

Typische Blattform sofort erkannt

Da sie über botanische Kenntnisse verfügt, erkannte sie an der typischen Form der Blätter, dass es sich um Hanfpflanzen handelt. „Ob es sich um als Droge wirksames Cannabis handelt, kann ich aber nicht beurteilen“, sagte sie. An den Pflanzenresten hingen noch die Ballen. Die Form verriet, dass sie wohl vorher in Blumentöpfen gesteckt hatten, bevor sie jemand herausgerissen und entsorgt hatte. Mindestens 30 solcher Ballen habe die gezählt, sagte die Spaziergängerin.

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Sie fotografierte die Pflanzen im Straßengraben und gab die Fotos samt Information, wo sie lagen, an die Lokalredaktion dieser Zeitung weiter. „Das könnte ja eine interessante Geschichte sein“, vermutete sie.

Anruf löst Polizeieinsatz aus

Das war es in der Tat: Ein Telefonat mit der Kreispolizei löste sofort einen Polizeieinsatz aus. Ein Streifenwagen fuhr zum Turmweg. Die Beamten sammelten die Reste ein. Die Polizei will jetzt bestimmen, wie viel THC die Pflanzenreste enthalten und ob jemand am Turmweg die Reste einer Cannabis-Plantage entsorgt hat. Die Polizei will auf jeden Fall eine Anzeige gegen Unbekannt fertigen, teilte Polizeisprecher Bernd Pentrop mit.

Die Polizei sucht Zeugen, die möglicherweise gesehen haben, wer die Pflanzen entsorgt hat. Sie sollen sich unter 9210 bei der Polizei melden.

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