Handwerken ganz ohne Elektrik

dzWorkshop im Römerlager

Elf Mädchen und Jungen haben in diesen Tagen ein Rendezvous mit einem der ältesten und beliebtesten Werkstoffe der Welt im Römerlager: Sie treffen auf Holz. Und arbeiten damit.

Bergkamen

, 23.10.2018, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Regen und kühle Temperaturen können den Kindern und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren nichts anhaben. Erstens halten sie sich überwiegend im Schutz der Holz-Erde-Mauer und unter einem Zeltdach auf, zweitens ist das Handwerken offenbar auch anstrengend und hält warm. Nur Helge (12) hat ein wenig kalte Füße bekommen, seine Sneaker, die er grinsend in die Höhe hält, sind nass. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, gemeinsam mit seinen Freunden Marius und Ben weiter am jeweils eigenen Holzschwert zu feilen und zu schmiergeln. „Mit Werkzeugen zu arbeiten, das hat Fun“, meint Marius, bevor er sich wieder über die Werkbank beugt. „Und auch noch alles ohne Elektrik“, schiebt Helge hinterher. Ja, ab und an müssen sie doch den Akkuschrauber zu Hilfe nehmen.

Handwerken ganz ohne Elektrik

Charlotte (9) und Justus (11) hobeln die Rohlinge glatt. © Stefan Milk

Schwerter und Löffel

Doch ansonsten: Alles Handarbeit. „Wir fangen mit den Schwertern an, weil die noch relativ leicht herzustellen sind“, erklärt Jana Franz, die als Ehrenamtliche gemeinsam mit Projektleiter Jörg Steinauer den Holzworkshop, den das Stadtmuseum während der zweiten Herbstferienwoche anbietet, betreut. Nur die Rohlinge lagen zunächst auf den Werkbänken. Doch nach und nach nahmen sie Formen an, Schneide und Griff zeichneten sich nach vielem Hobeln, Raspeln und Feilen als Erstes ab. Marius, Ben und Helge sind „Wiederholungstäter, sie haben bereits an einem Holzworkshop teilgenommen, haben ihn für gut befunden und sind nun wieder mit dabei. Deshalb können sie sich nun auch an die Holzlöffel wagen, „die sind schon ein bisschen anspruchsvoller als die Schwerter“, meint das Trio.

Meisterstück Schüssel

Zum ersten Mal mit dabei sind Alexander und David. Sie haben schon das Drususcamp, das das Team des Stadtmuseums alljährlich während der Sommerferien anbietet, besucht. „Das war klasse“, erklären die beiden, die nun weiter jeder an ihrem Holz feilen. Immerhin dürfen die Nachwuchs-Handwerker ihre Werkstücke nach Ende des Workshops auch mit nach Hause nehmen. Geht alles glatt, wird auch noch die jeweils passende Schüssel zum Löffel fertig. Das ist dann allerdings quasi das Meisterstück. Doch es gibt auch zwischendurch immer ein bisschen „praktische Theorie“: So haben die Holzwerker gemeinsam mit Jörg Steinauer einen kleinen Baum gefällt, klein gesägt und gespalten und die Holzstücke glatt gehobelt. Dazu hat der Projektleiter ein wenig zum Werkstoff Holz erzählt, über die weichen und harten Eigenschaften und welches Holz sich leichter verarbeiten lässt. Viel Hilfestellung musste er schließend nicht mehr geben: Die Teilnehmer hatten Holz und Werkzeug fest im Griff.

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