Haft für den gewalttätigen Drogenhändler

dzGericht

Dass ein Bergkamener, der sich wegen gleich mehrerer Delikte im Amtsgericht Unna verantworten musste, ein Aggressionsproblem hat, wurde schon beim Blick ins Vorstrafenregister deutlich.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 17.11.2018, 04:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

13 Eintragungen, vielfach wegen Bedrohung und Körperverletzung, aber auch wegen Volksverhetzung und Beleidigung brachte der 30-Jährige mit. Und auch dieses Mal warf ihm die Staatsanwaltschaft neben Handeltreibens mit Drogen auch Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung vor. Den Großteil der Taten gab der Angeklagte sehr offenherzig zu. Nachdem er aus dem Knast entlassen worden war, habe er keine Arbeit gefunden. Durch einen Freund habe er einen Drogendealer kennengelernt, der ihm anbot, für ihn zu arbeiten. Der Angeklagte willigte ein. Mit der Zeit habe sein Boss aber immer mehr Druck ausgeübt, habe ständig Geld von ihm sehen wollen. Schließlich habe es ihm gereicht, so der 30-Jährige. Er habe mit dem Dealer reden wollen. Statt zu sprechen, sei der Boss aber auf ihn los, habe sich auf den Bergkamener geworfen, ihn am Hals gepackt, dann wieder abgelassen. Der Angeklagte habe diese Gelegenheit genutzt, sei in seine, im selben Haus befindliche, Wohnung gegangen und mit einem Alu-Baseballschläger zurückgekehrt. Mit Schlägen an die Schläfe habe er dem ganzen Theater ein Ende gemacht. Der Dealer erlitt Prellungen und Kratzer.

Drei Menschen bedroht

An einem anderen Tag hatte der Angeklagte drei Menschen bewaffnet mit Klappmesser und einem Schlagring damit bedroht, sie „abzustechen“. Sie seien auf einen Mann losgegangen und er sei dazwischen, erklärte der 30-Jährige. Das bestätigten die Bedrohten im Zeugenstand. Auch eine Frau, die nicht mit dem Angeklagten zusammen sein wollte, bekam dessen Wut zu spüren. Auf offener Straße in Bergkamen betitelte er die 27-Jährige als Hure und bespuckte sie laut Vorwurf. Letzteres bestritt der Angeklagte, während die Frau als Zeugin angab, er habe sie bespuckt: „Ich hatte seine Spucke noch in den Haaren.“ Alle drei Anklagepunkt stellte das Gericht im Hinblick auf die im Übrigen zu erwartende Strafe ein. Bei dem Übrigen handelte es sich um einen Drogenfund in der Wohnung des Bergkameners. Der hatte die Polizisten schon von Weitem gesehen und noch schnell zwei Tütchen mit Stoff aus dem Fenster in den Garten geworfen. Insgesamt konnten die Beamten in den verwahrlosten Räumen mehr als 30 Gramm Amphetamin, 66 Ectasy-Pillen, 750 Euro Bargeld, eine Feinwaage, eine Grasmühle, zahlreiche, für den Verkauf typische Klemmtütchen sowie Baseballschläger, einen offenbar selbst gebauten Speer, Platzpatronen und eine Schreckschusspistole sicherstellen. Sämtliche Drogen wiesen laut eines Gutachtens einen hohen Wirkstoffgehalt auf. Ein Punkt, der schwer wog. Ebenso die Vorstrafen. Und so verurteilte das Gericht den Mann schließlich zu zwei Jahren Haft. Bewährung gab es nicht mehr.

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