Häufige Beschwerden über Hundehaufen – aber nur wenig Bußgelder

dzOrdnungsdienst

Der Bergkamener Ordnungsdienst wird immer häufiger mit Beschwerden wegen Hundekot konfrontiert. Die Kontrollen verlaufen trotzdem sehr oft ohne Ergebnis.

Bergkamen

, 09.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer im Jahresbericht des Ordnungsdienstes danach sucht, wie oft die städtischen Ordnungshüter ein Bußgeld wegen Hundekot auf öffentlichen Wegen und Plätzen verhängt haben, ist verwundert. Gerade einmal vier Bergkamener mussten dafür zahlen, dass sich ihr vierbeiniger Liebling in der Öffentlichkeit erleichtert hat und sie den Kot liegen lassen haben.

Kuhbachtrasse und Klöcknerbahnweg besonders betroffen

Das bedeutet aber nicht, dass die Bergkamener Hundehalter sich besonders gut um die Hinterlassenschaften ihrer Tiere kümmern würden. Im Gegenteil: Das Bergkamener Ordnungsamt erreichen immer häufiger Beschwerden über Hundekot auf Wegen und Grünlagen, wie Heiko Brüggenthies, der Leiter des Sachgebiets Ordnungsangelegenheiten bei der Stadtverwaltung sagt.

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Besonders betroffen sind die liebsten Spazierwege der Bergkamener: die Kuhbachtrasse und die Klöcknerbahntrasse, die auch Hundehalter dazu einladen, mit ihrem Tier den Morgen- oder Abendspaziergang zu machen. Beide haben einen erheblichen Nachteil für den Einsatz des Ordnungsdienstes: Sie sind weithin überschaubar. Wenn die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes in ihren Jacken oder Westen auftauchen, die sie eindeutig als Mitarbeiter der Stadt kenntlich machen, sind sie schon von weitem zu sehen.

Wer mit seinem Hund unterwegs ist, sollte auch immer Beutel für Hundekot dabei haben.

Wer mit seinem Hund unterwegs ist, sollte auch immer Beutel für Hundekot dabei haben. © dpa

Ordnungsdienst ertappt selten jemanden auf frischer Tat

Das Problem: Bußgelder wegen Tretminen können nur dann verhängt werden, wenn Herrchen oder Frauchen auf frischer Tat ertappt werden. Sobald sie die Ordnungshüter sehen, verhalten sich alle plötzlich vorbildlich, weiß Brüggenthies. Es muss schon ein großer Zufall sein, wenn jemand ertappt wird.

Das ist auch der Grund, warum Brüggenthies davon ausgeht, dass auch höhere Bußgelder nicht wirklich helfen, das Problem zu lösen. Andere Kommunen haben sich schon entschlossen, das Bußgeld anzuheben. In Bergkamen werden zurzeit nur 20 Euro für Hundehalter fällig, die mitsamt Hund ertappt werden.

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In anderen Ländern, zum Beispiel in Großbritannien, ist das Liegenlassen von Hundehaufen deutlich teurer, Dort betragen die Bußgelder bis zu 500 Pfund.

Durch die überall im Königreich verbreiteten Überwachungskameras zeigen die Bußgelder offenbar auch Wirkung: Tretminen in der Öffentlichkeit sind eine absolute Seltenheit.

Von einer solchen flächendeckenden Kameraüberwachung aber hält das Bergkamener Ordnungsamt wenig. Es setzt darauf, dass der Ordnungsdienst noch häufiger auf Streife geht.

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