Gutachten soll über Schicksal des Rathauses entscheiden

dzSanierung oder Abriss

Das Bergkamener Rathaus ist nicht mehr zeitgemäß. Es verbraucht zu viel Energie und bietet zu viel Platz für Akten und zu wenig für Menschen. Jetzt soll ein Gutachten über sein Schicksal entscheiden.

Bergkamen

, 07.10.2019, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sanierung oder Erweiterung oder Abriss und Neubau – das sind die beiden Möglichkeiten für das in die Jahre gekommene Bergkamener Rathaus. Welcher Weg der richtige ist, soll möglichst ein Gutachter klären. Über den Auftrag an ein Gutachterbüro soll der Stadtrat wohl schon in seiner nächsten Sitzung am 6. November entscheiden, sagt Bürgermeister Roland Schäfer.

Sicher ist, dass das Bergkamener Rathaus, das Mitte der 70er Jahre gebaut wurde, in mehrfacher Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen genügt. Es ist die wohl größte Energieschleuder in städtischem Eigentum und auch für die Arbeit der Stadtverwaltung nicht mehr zeitgemäß.

Platz für Akten wird überflüssig

Die Räume sind noch dafür ausgelegt, dass eine Stadtverwaltung viele Akten unterbringen muss. Dieser Raum in den Büros wird in Zeiten der Digitalisierung überflüssig, meint Bürgermeister Roland Schäfer. Künftig werden Akten digital gespeichert.

Dafür benötigt die Stadtverwaltung mehr Besprechungsräume – auch damit bei Gesprächen mit Bürgern der Datenschutz gewährleistet bleibt, indem es keine Mithörer gibt.

Die Gutachter sollen auch ein wenig in die Zukunft schauen. Es geht nicht nur darum, wie sich die Arbeit der Stadtverwaltung in den kommenden zwei bis drei Jahren verändert, sondern auch wie sie in 20 oder 25 Jahre aussieht. Das Rathaus soll auch dann noch passend sein.

Gutachten soll über Schicksal des Rathauses entscheiden

Das Rathaus ist nicht nur optisch sanierungsbedürftig. Es verschleudert auch jede Menge Energie, weil es schlecht isoliert ist. © Borys Sarad

Sanierung oder Abriss und Neubau sind die Alternativen

Noch ist unklar, ob es besser ist, das alte Rathaus von Grund auf zu sanieren, es umzubauen und zu erweitern oder es abzureißen und neu zu bauen. Schon jetzt ist klar, dass der Platz nicht mehr ausreicht. Es könnte sogar kostengünstiger sein, ein neues Rathaus hinter dem alten zu bauen, umzuziehen und dann das alte abzureißen und den Platz neu zu nutzen – beispielsweise für die Stadtbibliothek und andere kulturelle Einrichtungen.

Bei Sanierung muss die Stadtverwaltung längere Zeit ausziehen

Wenn das Rathaus saniert wird, muss die Stadtverwaltung für die Bauzeit komplett ausziehen und vermutlich in Bürocontainern untergebracht werden. Das kostet eine erhebliche Miete und bringt Erschwernisse für die Bürger: Sie müssten mit ihren Angelegenheiten an einen anderen Ort kommen. Außerdem müsste die Stadt erst ein geeignetes Gelände auf dem Stadtgebiet finden, um die Container aufzustellen. Auch das sollen die Gutachter bei ihrer Bewertung berücksichtigen.

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