Bauen ist in Bergkamen mittlerweile teurer als in Kamen

dzWohnen in Bergkamen

Die Baulandpreise ziehen auch im vermeintlich so günstigen Bergkamen deutlich an. Im Schnitt liegen sie über dem Niveau der Nachbarstadt Kamen. Anderswo im Kreis Unna ist es freilich noch viel teurer.

Bergkamen/Kreis Unna

, 20.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer bauen will, findet in Bergkamen zwar immer noch ein preisgünstigeres Grundstück als in Dortmund und in den meisten anderen Kommunen im Kreis Unna. Die Situation ändert sich jedoch: Nach dem Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses beim Kreis Unna sind in keiner anderen Kommune die Grundstückspreise im Vergleich zu 2005 so stark gestiegen wie in Bergkamen. Dass Grundstücke noch immer günstiger zu haben sind als anderswo, liegt allein daran, dass der Ausgangswert in Bergkamen so niedrig war.

Auch in dem Neubaugebiet an der Büscherstraße sind die Grundstückspreise recht hoch. Es gehört zu den Bereichen, in denen Grundstücke auch über 200 Euro pro Quadratmeter kosten.

Auch in dem Neubaugebiet an der Büscherstraße sind die Grundstückspreise recht hoch. Es gehört zu den Bereichen, in denen Grundstücke auch über 200 Euro pro Quadratmeter kosten. © Michael Dörlemann

In beliebten Lagen sind Grundstücke teuer

Mittlerweile müssen Bauherren in besonders beliebten Lagen auch schon vergleichsweise tief in die Tasche greifen, wenn sie in Bergkamen ein Baugrundstück möchten. „In beliebten Lagen liegt der Quadratmeterpreis auch schon über 200 Euro“, hat Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters festgestellt.

Bodenpreise über oder nahe der 200-Euro-Marke finden sich laut der offiziellen Bodenrichtwertkarte auf dem Boden-Richtwertportal Boris.NRW beispielsweise im Oberdorf in Oberaden, am Parkfriedhof in Weddinghofen, in dem kleinen Neubaugebiet an der Büscherstraße in Bergkamen-Mitte oder im Baugebiet „Drei Finken“ in Overberge.

Laut dem Grundstücksmarktbericht 2020 des Gutachterausschusses lag der durchschnittlich in Bergkamen gezahlte Quadratmeterpreis 2019 sogar höher als in der Nachbarstadt Kamen.

Wer ein relativ preisgünstiges Baugrundstück möchte, sollte sich beispielsweise in Rünthe umsehen. Selbst Grundstücke in attraktiver Lage am Kanal sind laut Grundstücksmarktbericht noch nicht so teuer wie an anderen Stellen in der Stadt.

Wer ein relativ preisgünstiges Baugrundstück möchte, sollte sich beispielsweise in Rünthe umsehen. Selbst Grundstücke in attraktiver Lage am Kanal sind laut Grundstücksmarktbericht noch nicht so teuer wie an anderen Stellen in der Stadt. © Michael Dörlemann

Grundstücke in Rünthe sind bisher nicht so teuer

„Es gibt aber noch genug Grundstücke mit einem Quadratmeterpreis mit einer 1 am Anfang“, sagt Peters. In Rünthe beispielsweise sind laut Richtwertportal 160 Euro die absolute Obergrenze für ein Grundstück – viel günstiger als im benachbarten Werne, das im Kreisvergleich besonders teuer ist.

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Das gilt sogar für attraktive Grundstücke direkt am Kanal. Auch an der Dorndelle, in den Neubaugebieten in Bergkamen-Mitte oder in Oberaden sind Grundstücke noch nicht so teuer. Die Stadt will auch dafür sorgen, dass das so bleibt. Sie selbst kann allerdings kaum noch als Anbieter auf dem Grundstücksmarkt auftreten. „Wir haben selbst kaum noch Flächen, die als Bauland in Frage kommen“, macht der Dezernent deutlich.

Dafür versucht die Stadt in allen Ortsteilen so viel Bauland auszuweisen, dass die Menge, die zur Verfügung steht, den Preis niedrig hält. Oder mit anderen Worten: Es soll zu keinem Engpass kommen, der die Preise in die Höhe treibt.

In der zukünftigen Wasserstadt Aden sind noch die Bodenarbeiten im Gange. Die Stadt verspricht, dass die Grundstücke dort auch noch für Normalverdiener bezahlbar sein sollen. Wie sie vergeben werden, steht noch nicht fest.

In der zukünftigen Wasserstadt Aden sind noch die Bodenarbeiten im Gange. Die Stadt verspricht, dass die Grundstücke dort auch noch für Normalverdiener bezahlbar sein sollen. Wie sie vergeben werden, steht noch nicht fest. © Michael Dörlemann

Grundstücke in der Wasserstadt sollen bezahlbar sein

Auch die Grundstückspreise in der bald besten Wohnlage der Stadt sollen nicht ins Unermessliche steigen. Der Quadratmeterpreis, der in der Wasserstadt Aden gezahlt werden muss, soll nicht mehr als zehn Prozent über den Preisen vergleichbarer Grundstücke in Bergkamen liegen, versichert der Baudezernent.

In diesem Fall kann die Stadt sehr direkt Einfluss auf den Grundstückspreis nehmen: Die Flächen gehören ihr selbst.

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Peters geht zwar davon aus, dass es innerhalb der Wasserstadt Unterschiede bei den Grundstückspreisen geben wird.

Gutachterausschuss

Jedes Jahr ein Bericht über die Grundstückspreise

  • Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Unna erstellt für jedes Jahr einen Grundstücksmarktbericht, der die Entwicklung der Grundstückspreise im Kreis anhand der tatsächlichen Verkäufe dokumentiert.
  • Der Bericht betrifft alle Kommunen im Kreis außer Lünen und Unna, die einen eigenen Bericht erstellen.
  • Laut dem jüngsten Bericht für das Jahr 2019 waren Wohnbauflächen in Holzwickede und Werne am teuersten. Insgesamt stiegen die Preise gegenüber 2018 um neun Prozent.
  • Der Grundstücksmarktbericht kann über das Portal Boris.NRW als pdf-Datei abgerufen werden.

Direkt am See würden die Grundstücke sicherlich teurer als an der Gracht oder neben der Grubenwasser-Förderanlage, vermutet Peters wohl zurecht. Bezahlbar sollen sie aber alle bleiben. „Wir wollen nicht nur Grundstücke für Fußball-Profis“, sagt des Dezernent.

Die Frage ist jedoch, wie die Stadt die Grundstücke in der Wasserstadt vergibt. Schon jetzt gibt es mehr Interessenten als Flächen zur Verfügung stehen – zumindest wenn alle, die sich bisher gemeldet haben, auch wirklich dort bauen wollen.

Es ist aber wohl eher zu befürchten, dass sich noch mehr Interessenten melden, wenn der künftige See und die Geländemodellierung noch besser zu erkennen sind. Peters geht davon aus, dass die Vermarktung der Baugrundstücke 2023 beginnt. Bis dahin soll die Kommunalpolitik Kriterien festlegen, nach denen sie vergeben werden.

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