Grundschule mit knapp 30 verschiedenen Nationen - aber alle sprechen eine Sprache

dzGerhart-Hauptmann-Schule

Sprache ist wichtig, um einander verstehen zu können. Das lernen die Kinder der Gerhart-Hauptmann-Schule in Bergkamen auf unterschiedlichen Wegen. Dafür gab es jetzt ein besonderes Siegel.

Bergkamen

, 14.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gerhart-Hauptmann-Grundschule in Bergkamen ist eine von kreisweit vier Schulen, die jetzt mit dem Siegel Sprachbildung ausgezeichnet wurde - und sich über 100 Euro freuen darf. Die dreistellige Summe wird in weiteres Fördermaterial für die Sprachbildung der Kinder investiert. Soviel ist sicher. Doch für Schulleiterin Martina Hoppe und Sozialpädagogin Elena Stork ist das Siegel viel mehr. Es ist eine Anerkennung der geleisteten Arbeit, und eine Analyse des Ist-Zustands. Trotz der Auszeichnung will man sich nicht auf dem nicht ausruhen, was man hat. „Wir können zufrieden sein, aber daran weiterzuarbeiten geht immer“, sagt Elena Stark, Koordinatorin des Projekts.

Schmelztiegel der Sprachen

Die Gerhart-Hauptmann-Schule ist ein Schmelztiegel der Nationen und damit auch der Sprachen. Auf knapp 30 kommt Schulleiterin Martina Hoppe, wenn sie überlegt, aus wieviel verschiedenen Nationen ihre Schützlinge kommen. Durchgängige Sprachbildung - von der Kita bis zur weiterführenden Schule - hat man sich am Friedrichsberg daher auf die Fahnen geschrieben.

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In einem multiprofessionellen Team fließt die Sprachbildung über Lehrer, OGS und Sozialpädagogen in den Schulalltag ein. Allen Kindern wird so sowohl die Alltagssprache als auch die Bildungssprache vermittelt. Und die schnellen Fortschritte, die auch bei neu zugewanderten Kindern erkennbar sind, gibt dem Konzept der Schule Recht.

Sprachbildungskonzept beginnt schon in der Kita

Die Sprachbildung beginnt schon früh. Mit der benachbarten Kita Villa Kunterbunt pflegt die Schule eine enge Zusammenarbeit. Arbeitsmaterialien sind abgestimmt, gegenseitige Besuche an der Tagesordnung. Nicht nur durch Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen, auch die Kinder besuchen sich gegenseitig, die Älteren lesen den Jüngeren oft vor. Kommen die Kita-Kinder in die Schule, sehen sie etwas, das sie schon aus dem Kindergarten kennen: die Erzählscheibe.

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Die zeigt altersgerecht an: Wann wurde was mit wem wo gemacht? Anhand dieses Schemas kann jedes Kind schnell vom Wochenende erzählen - und mit dem Alter nimmt die Zahl der Bilder im Schema ab. Die Kinder lernen, freier zu erzählen.

Rituale im Schulalltag

Doch auch durch Rituale im Schulalltag werden Ausdrücke gefestigt und alle immer wieder beteiligt. Das gilt auch für die Schulpolitik. Über ein Klassensprechersystem gibt es ein Schülerparlament, das wiederum Teil der Schulversammlung ist und dort ein Mitspracherecht hat. Nicht nur essentieller Wortbestandteil, sondern auch Werkzeug ist dabei Sprache, lernen die Kinder. Nur wer einander versteht, kann Dinge bewegen - und das reicht von der Anschaffung von Spielgeräten bis zum Aufmalen von Hüpfkästchen auf dem Schulhof.

Fachsprache kommt nicht zu kurz

Neben dem alltäglichen Sprachgebrauch kommt auch die Fachsprache nicht zu kurz: Zweimal wöchentlich gibt es durch eine Fachkraft für Deutsch als Fremdsprache speziellen Förderunterricht, in Kleingruppen wird Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. Auch herkunft-sprachlicher Unterricht wird geboten: Stark nachgefragt ist neben Türkisch auch Arabisch. „Der Migrationshintergrund ist hier sehr, sehr hoch“, sagt Schulleiterin Hoppe. Der Anteil liege bei etwa 80 Prozent. Und zuletzt habe man nur 18 Kinder gehabt, die als neu zugewanderte kein Deutsch konnten. Da helfen plakative Materialien und sprechende Stifte beim Vokabeltraining. Denn nur wer ein Wort und seine Bedeutung kennt, der kann auch sagen, welche Buchstaben darin vorkommen.

Doch auch den übrigen 20 Prozent der Schülerschaft kommt der Schwerpunkt Sprachunterricht zugute. Denn an der Gerhart-Hauptmann-Schule werden nicht nur die Schwachen gefördert, sondern auch die Guten gefordert.

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