Grünfläche in Schönhausen: Vom Müll-Abladeplatz zur Wildblumenwiese

dzKlimaschutz

Jahrelang war eine Grünfläche in Schönhausen mehr Müll-Abladeplatz als ein Ort für die Erholung. Nach einer Radikalkur soll dort jetzt die Natur wieder Einzug halten.

Bergkamen

, 18.03.2020, 09:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer durch die Absperrgitter einen Blick auf die Grünfläche zwischen Hansemanntraße, Töddinghauser Straße und Lentstraße in der Kolonie Schönhausen wirft, sieht wenig einladendes. Der Boden zwischen den wenigen Rasenresten ist aufgewühlt von schwerem Gerät, die Bäume sind gekappt und von den Büschen am Rand der Grünfläche ist fast nichts geblieben.

So soll es nicht bleiben, sagt Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters. Die Fläche soll wieder hergerichtet werden, wenn auch nach etwas anderen Kriterien als vorher.

EBB musste viel Müll abtransportieren

Der Baubetriebshof hatte sich die Grünfläche in den vergangenen Wochen vorgenommen und musste dabei auch auf die Hilfe der Bergkamener Müllabfuhr zurückreifen. Es habe immer wieder Beschwerden von Bürgern über de Zustand der Fläche gegeben, sagt Stephan Polplatz, der Leiter des Baubetriebshofs.Die Fläche, auf der es einige Jahre schon praktisch keine Pflegemaßnahmen mehr gab, war zum Teil zugewuchert.

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Reste von Baumfällarbeiten waren liegen geblieben. Das hatte offenbar dazu geführt, dass Anwohner die Fläche als eine Art Müllkippe betrachteten. Mit der Zeit hatten Unbekannte jede Menge Grünschnitt abgeladen. Dabei blieb es aber nicht: Die Mitarbeiter fanden auch Bauschutt und Restmüll, den sie zusammen mit dem EBB entsorgen mussten, bevor sie sich an die Neugestaltung der Fläche machen konnten.

Die Erde auf der Grünfläche ist von den schweren Maschinen aufgewühlt. Die Spuren sollen beseitigt und neuer Rasen angelegt werden. Die Stadt hofft, dass die Fläche nicht wieder zur Müllkippe wird, wen die Anwohner einen freieren Blick haben und die soziale Kontrolle intensiver wird.

Die Erde auf der Grünfläche ist von den schweren Maschinen aufgewühlt. Die Spuren sollen beseitigt und neuer Rasen angelegt werden. Die Stadt hofft, dass die Fläche nicht wieder zur Müllkippe wird, wen die Anwohner einen freieren Blick haben und die soziale Kontrolle intensiver wird. © Michael Dörlemann

Radikaler Rückschnitt an den Büschen

Bereits im vergangenen Jahr habe der Baubetriebshof die Entscheidung getroffen, das Problem anzugehen und das Grün auf der Fläche radikal zurückzuschneiden, erklärte Polplatz. Die Maßnahmen hatten bei manchen Anwohnern sogar zu der Spekulation geführt, dass die Grünfläche aufgegeben und bebaut werden soll. Das sei auf keinen Fall gepant, versicherte der Leiter des Baubetriebshofs. Er hofft, dass die Fläche nach dem Rückschnitt leichter einsehbar ist. Dadurch soll es mehr soziale Kontrolle geben, die Müllsünder daran hindert, wieder alle Arten von Abfall abzuladen.

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Bei der Neugestaltung der Fläche sollen die neuen Ziele der Stadt für ihre Grünflächen zum Tragen kommen. Sie sehen vor, dass die städtischen Grünflächen einen noch größeren Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas und zum Artenschutz leisten.

Unter anderem sollen künftig Wildblumen auf der Grünfläche wachsen, die auch gut für Insekten sind. Die Grünfläche soll ein Bereich werden, in dem sich die Natur wieder entwickeln kann.

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