Grüner Bürgermeister-Kandidat: Kampfabstimmung ist nur aufgeschoben

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Dass die Grünen mitten in der Corona-Krise keinen Bürgermeister-Kandidaten wählen können, ist klar. Aber anders als bei SPD und CDU ist das Rennen um die Kandidatur bei ihnen wirklich spannend.

Bergkamen

, 25.03.2020, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollten die Bergkamener Grünen an diesem Mittwoch bei einer Mitgliederversammlung ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl nominieren. Wegen der Corona-Krise geht das natürlich nicht. Und so müssen sich die normalen Mitglieder und damit auch die kommunalpolitisch interessierte Öffentlichkeit gedulden, bis sie erfahren, wen die Partei in das Rennen um die Nachfolge von Bürgermeister Roland Schäfer (SPD) schickt.

Grüne steuern auf eine Kampfabstimmung zu

Bei den Grünen könnte die Entscheidung spannend werden, denn sie steuern nach wie vor auf eine Kampfabstimmung zu. Wie der Co-Vorsitzende des Ortsverbandes, Harald Sparringa, berichtet, stehen derzeit zwei Bewerber zur Auswahl.

Namen nennt Sparringa nicht, er verrät noch nicht einmal, ob es sich um Männer oder Frauen handelt: „Daraus könnte man ja Rückschlüsse ziehen.“ Klar ist allerdings, dass sich beim Ortsverbands-Vorstand ein externer Bewerber gemeldet hat, der früher in Bergkamen lebte. Außerdem gibt es noch einen potenziellen Kandidaten aus den Reihen des Bergkamener Ortsverbandes.

Wie Sparringa berichtet, hat sich der Vorstand bereits auf seinen Favoriten verständigt. Wem der beiden Bewerber die Führungsriege zuneigt, behält sie allerdings für sich. Der Vorstand wolle sich dazu erst bei der Mitgliederversammlung äußern, sagte Sparringa. Denn auch innerhalb der Partei sei nicht bekannt, wer sich um die Bürgermeister-Kandidatur bewirbt. Es ist zumindest grundsätzlich denkbar, dass vor der Parteiversammlung noch ein weiterer Bewerber seinen Hut in den Ring wirft.

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Grüne sehen sich nicht unter Zeitdruck

Wann die Grünen ihren Bürgermeisterkandidaten küren können, ist angesichts der aktuellen Lage völlig ungewiss. Zudem müssen sie ihre Mitgliederversammlung auch abhalten, um die Wahlkreiskandidaten und die Reserveliste für die Wahl des Stadtrates aufzustellen. Unter Termindruck sieht Sparringa die Partei aber nicht: „Wenn die Kommunalwahl wie vorgesehen am 13. September stattfindet, haben wir dafür noch bis Juli Zeit.“

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Mit dem noch zu wählenden Grünen bewerben sich mindestens drei Kandidaten um die Nachfolge von Roland Schäfer. Die SPD hatte bereits im vergangenen Jahr ihren Fraktionsvorsitzenden Bernd Schäfer benannt und inzwischen auch offiziell nominiert. Die CDU will ihren Fraktionschef Thomas Heinzel ins Rennen schicken. Ihre eigentlich für vergangene Woche geplante Nominierungsversammlung musste sie aber verschieben.

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