Grüne wollen Ende des Planverfahrens für den „Kiwitt-Park“ - die Stadt lehnt das ab

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Eigentlich sollte die Stadtverwaltung prüfen, ob die Grünfläche am Kiwitt bebaut werden soll oder besser doch nicht. Die Grünen wollen das Verfahren stoppen. Das Baudezernat sieht das anders.

Bergkamen

, 22.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grünen wollen das Bebauungsplanverfahren für die Grünfläche am Kiwitt stoppen, die von den Anwohnern „Kiwitt-Park“ getauft worden ist - und zwar ohne Ergebnisse abzuwarten. Die Grünen fordern in einem Antrag, den sie schon Ende Januar gestellt haben, das Verfahren einzustellen. Begründung: Angesichts des Klimawandels sei es notwendig, mit den noch vorhandenen Freiflächen sorgsam umzugehen. Auch dem Schutz innerstädtischer Grünflächen müsse mehr Bedeutung beigemessen werden.

Zur Grünfläche gehört auch ein Bolzplatz. Der sollte im Konzept der UKBS erhalten bleiben, wenn auch an anderer Stelle.

Zur Grünfläche gehört auch ein Bolzplatz. Der sollte im Konzept der UKBS erhalten bleiben, wenn auch an anderer Stelle. © Stefan Milk

Grüne weisen auf Bedeutung für das Mikroklima hin

„Diese Flächen haben sowohl für das Binnenklima als auch auf die Versickerung von Niederschlägen positive Auswirkungen“, argumentieren die Grünen. Außerdem seien sie ein „wichtiger Faktor für Lebensqualität, Naherholung und die Gesundheit der Menschen im Stadtviertel“. Damit macht sich die Fraktion weitgehend die Argumente der Anwohnerinitiative zu eigen, die eine Bebauung der Fläche strikt ablehnt.

Die Grünen argumentieren auch, dass das Verfahren Personal bindet und Kosten verursacht.

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Zumindest wenn es nach Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters geht, findet der Grünen-Antrag keine Mehrheit im Stadtrat. Er wies darauf hin, dass der Stadtrat den Beschluss ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten, ausdrücklich „ergebnisoffen“ gefasst habe. Mit anderen Worten: Ergebnis könnte auch sein, die Grünfläche nicht anzutasten, sondern sie zu schützen und möglicherweise auch noch aufzuwerten. Peters wies darauf hin, dass der Aufstellungsbeschluss ausdrücklich noch nicht öffentlich bekannt gemacht worden ist und deshalb noch nicht rechtswirksam nach außen ist.

Durch die Grünfläche führt ein Weg von der Töddinghauser Straße in Richtung Bogenstraße.

Durch die Grünfläche führt ein Weg von der Töddinghauser Straße in Richtung Bogenstraße. © Stefan Milk

Es geht auch um Brachfläche der RAG MI

Außerdem gehe es in dem Verfahren auch nicht nur um die öffentliche Grünfläche sagte Peters. Zum Bereich, für den das Verfahren eingeleitet ist gehört auch eine eingezäunte Brachfläche, auf der früher das Haus Monopol stand. Die Fläche gehört der RAG Montan-Immobilien (RAG MI). Die Rahmenplanung sah vor, das dort Einfamilienhäuser entstehen sollten. Er sieht keinen Grund der RAG MI die Vermarktung dieser Fläche nicht möglich zu machen.

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Das Mehrgenerationen-Wohnprojekt der UKBS, das ursprünglich auf der Fläche entstehen sollte, ist als Bebauung für den „Kiwitt-Park“ aber wohl vom Tisch. Der ehemalige Marktplatz in Rünthe, den die UKBS möglicherweise kauft, ist wohl nicht geeignet. Es soll aber eine andere Fläche geben, um den die UKBS mit dem Eigentümer verhandeln will, bestätigte Peters.

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