Grüne outen die Klägerin gegen den neuen Netto in Weddinghofen

dzDebatte über Neubaupläne

Er habe nicht gegen den neuen Netto in Weddinghofen geklagt, sagt der Grüne Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff. Das stimmt. Aber er kennt die Klägerin – und zwar ziemlich gut.

Bergkamen

, 31.07.2020, 12:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Klage gegen den geplanten Netto-Neubau am Häupenweg kommt vom benachbarten Hof Ostendorff. Allerdings nicht von Friedrich Ostendorff, sondern von seiner Tochter Lina Jenny. Sie ist inzwischen Eigentümerin des Bio-Hofes, wie Ostendorff bestätigte: „Ich bin jetzt Rentner.“

So ganz stimmt das nicht. Immerhin sitzt Ostendorff noch im Bundestag und ist noch auf dem Hof aktiv. Aber formell gehört er inzwischen der 1988 geborenen Tochter, die nach Angaben ihres Vaters in Frankfurt a. M. lebt.

Friedrich Ostendorff sagt, er sei jetzt Rentner. Der Hof in Weddinghofen gehört offiziell seiner Tochter Lina Jenny.

Friedrich Ostendorff sagt, er sei jetzt Rentner. Der Hof in Weddinghofen gehört offiziell seiner Tochter Lina Jenny. © Stefan Milk

Als Eigentümerin des Hofes ist sie im März von der Stadt Bergkamen informiert worden, dass diese einen positiven Bauvorbescheid für die unbebaute Wiese neben dem Wellenbadparkplatz erteilt hat, die direkt an das Ostendorffsche Land grenzt.

Die Grünen schreiben einen offenen Brief

Diese Information geht aus einem offenen Brief hervor, den der Vorsitzende der Ratsfraktion von Bündnis 90/Grüne an Bürgermeister Roland Schäfer geschrieben hat. Laut diesem Brief hat den Antrag die KaGe GbR gestellt, vertreten durch den Bergkamener Architekten Bastian Geise.

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Lina Jenny Ostendorff hat gegen diesen positiven Bauvorbescheid vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen geklagt. Bis sich die Richter mit dieser Angelegenheit beschäftigen, scheint es aber noch eine Weile zu dauern. Bisher jedenfalls, so berichtet Friedrich Ostendorff, habe seine Tochter keinerlei Nachricht über den Fortgang des Verfahrens erhalten.

Umweltschützer befürchten, dass der Netto-Neubau die Steinkäuze in der Nachbarschaft vertreibt.

Umweltschützer befürchten, dass der Netto-Neubau die Steinkäuze in der Nachbarschaft vertreibt. © privat

Umweltschützer kritisieren die Pläne, auf der Wiese einen Neubau für den Umzug des Weddinghofer Netto-Marktes zu bauen. Sie beklagen den Flächenverbrauch und fürchten um die Steinkäuze, die auf der Fläche nisten, neben der der Einkaufsmarkt gebaut werden soll.

Familie Ostendorff hat die Fläche früher gepachtet

Dieses Feld gehört der Familie Ostendorff. Auch der potenzielle Netto-Bauplatz wurde früher vom Hof Ostendorff bewirtschaftet. Allerdings war sie nur gepachtet. Den entsprechenden Vertrag hätten die früheren Besitzer, eine Erbengemeinschaft, gekündigt, um die Fläche zu verkaufen, sagt Friedrich Ostendorff.

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Das wiederum könnte zu der Vermutung führen, dass es Familie Ostendorff gar nicht so sehr um die Käuze, sondern um die verlorene Pacht geht. Der Bundestagsabgeordnete weist das zurück. Er habe nach wie vor ein gutes Verhältnis zu den ehemaligen Verpächtern und mach ihnen keine Vorwürfe: „Dass diese Fläche Begehrlichkeiten weckt, kann man verstehen.“

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