Dort, wo der Förderturm Haus Aden 2 stand, sind nur noch eine leere Fläche und ein Kran zu sehen. An dieser Stelle soll ab 2022 das Pumpenhaus für die Grubenwasserhaltung gebaut werden. © Stefan Milk
Bergbau

Grubenwasser-Pumpen auf Haus Aden laufen zur Not auch ohne Gebäude

Der Förderturm und das Schachtgebäude auf Haus Aden sind so gut wie abgerissen. Der Bau eines Gebäudes für die Grubenwasserpumpen soll schon 2022 beginnen – möglicherweise noch ohne eine äußere Hülle.

Die Idee, das Pumpenhaus für die Grubenwasserpumpen auf Haus Aden als Erinnerung an den Bergbau zu gestalten, stieß bei ehemaligen Bergleuten auf wenig Gegenliebe. Sie fanden, dass das kein Ersatz für den mittlerweile abgerissenen Förderturm über dem Schacht Haus Aden 2 ist – um es neutral auszudrücken. „Das wird doch nicht wegen ein paar Bildern an der Wand zu einem Denkmal und einer Würdigung von harter Arbeit“, hatte einer ihrer Sprecher kritisiert.

Jetzt ist das Schachtgerüst weg und das Pumpenhaus wird gebaut. Wie es gestaltet wird, steht noch nicht fest. Das soll ein Architektenwettbewerb ergeben, über den sich die Stadt Bergkamen und die RAG zurzeit noch abstimmen. Baubeginn für das Pumpengebäude soll schon 2022 sein.

Die Pumpen sollen von der Decke des Pumpenhauses in die Hüllrohre abgelassen werden. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Das klingt nach Terminstress für die Architekten, die am Wettbewerb teilnehmen – ist es aber nicht, wie RAG-Sprecher Christof Beike versichert. Für das Unternehmen ist nur die Konstruktion im Inneren des Gebäudes wichtig. Die äußere Hülle könne auch noch später gebaut werden. „Zur Not können wir mit der Grubenwasserhaltung auch schon ohne fertiges Gebäude starten“, sagt er.

Auch die Pläne der RAG sind noch nicht fertig. Was noch fehlt, sind Pläne für die Zuwegung und für das Portal des Pumpenhauses. Es muss groß genug für Fahrzeuge sein, die eine der rund 15 Meter langen und 25 Tonnen schweren Tauchpumpen transportieren können.

Wie lang und wie breit das Pumpenhaus werden soll, steht noch nicht fest. Es gibt lediglich die Mindesthöhe von 25 Metern. Das ist der Platz, der notwendig ist, um die Pumpen aus den Hüllrohren zu ziehen oder sie einzusetzen.

Auf der ehemaligen Zeche Walsum in Duisburg gibt es die Tauchpumpen-Technik schon. Dort blieb der Förderturm stehen, weil er umgebaut werden konnte. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Als der Schacht verfüllt wurde, sind drei dieser Rohre mit einem Durchmesser von 1,40 Metern eingesetzt worden. Durch die Rohre sollen die Pumpen nach unten gelassen werden, um den Grubenwasserspiegel auf einer bestimmten Höhe zu halten.

Zwei Pumpen sollen im Dauereinsatz sein und die dritte Spitzen abdecken. Jede soll eine maximale Pumpleistung von tausend Kubikmetern (eine Million Litern) pro Minute haben. Die geplante Einleitmenge in die Lippe beträgt 13 Millionen Kubikmeter im Jahr.

Die Technik ist übrigens schon seit 1998 im ehemaligen Bergwerk Walsum im Einsatz – mit einem entscheidenden Unterschied. Dort blieb der Förderturm stehen, weil er für die Tauchpumpen umgebaut werden konnte.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann
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