Großbrand in Rünthe: Bergkamener, der 2016 sein Haus angezündet haben soll, droht Haft

dzLandgericht Dortmund

Das Einfamilienhaus brannte lichterloh, die Feuerwehr konnte es nicht retten. Der Vorfall im Oktober 2016 erschütterte Bergkamen. Nun steht der mutmaßliche Brandstifter vor Gericht. Er ist der Eigentümer.

Rünthe

, 06.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nacht vom 27. auf den 28. Oktober 2016 ist den meisten Rünthern wohl gut in Erinnerung geblieben. Dichter Rauch hüllte eine Nachbarschaft in dem Stadtteil in dieser Nacht ein. Er kam von einem Haus, das lichterloh brannte. Hohe Flammen züngelten bis in die frühen Morgenstunden dem Nachthimmel entgegen.

Als Zeugen den Rauch bemerkten, der aus einem Einfamilienhaus an der Straße „Zum Füllort“ drang, alarmierten sie die Feuerwehr. Das war gegen 2.20 Uhr. Doch obwohl die Rünther Einsatzkräfte Unterstützung aus Overberge, Oberaden, Heil und auch Werne hatten, gab es für das Fertighaus keine Hoffnung mehr.

Die 60 Feuerwehrkräfte sicherten die Nachbargebäude und verhinderten ein Übergreifen, das Haus brannte komplett aus. Gegen 6.30 Uhr waren die letzten Brandnester gelöscht.

Großbrand in Rünthe: Bergkamener, der 2016 sein Haus angezündet haben soll, droht Haft

Die Feuerwehr in Bergkamen verhinderte das Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser, indem sie eine Sperre aus Löschwasser legte. © Michael Neumann (Archiv)

Mutmaßlicher Brandstifter steht ab dem 11. Februar vor Gericht

Nun soll der Verursacher dieser Schreckensnacht bestraft werden. Der mutmaßliche Brandstifter steht ab dem 11. Februar vor dem Landgericht in Dortmund. Bei dem Angeklagten handelt es sich um keinen Geringeren als den Miteigentümer des Hauses.

Schon in der Brandnacht stand fest, dass der 54-Jährige mutmaßlich für den Großbrand verantwortlich war. Der Bergkamener, der zum Tatzeitpunkt noch in Rünthe gemeldet gewesen sein soll, stellte sich noch in der Nacht der Polizei in Lüdinghausen und gab dort an, das Wohnhaus angezündet zu haben. Das Haus war möbliert, aber unbewohnt.

Großbrand in Rünthe: Bergkamener, der 2016 sein Haus angezündet haben soll, droht Haft

Die Feuerwehrleute gingen von allen Seiten gegen die Flammen vor. Trotzdem brannte das Einfamilienhaus in Rünthe im Oktober 2016 komplett aus. Der mutmaßliche Brandstifter stellte sich noch in der Nacht der Polizei in Lüdinghausen. © Michael Neumann (Archiv)

Der 54-Jährige stand zum Tatzeitpunkt offensichtlich unter dem Einfluss von Alkohol oder Medikamenten. Als Grund dafür, dass er mit einem Dachdecker-Brenner Möbel in dem Haus angezündet haben soll, stand ein Ehedrama im Raum. Genaueres ist dazu aber nicht bekannt und wird wohl erst im Prozess, der bis zum 13. März läuft, ans Licht kommen.

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Dem Angeklagten droht eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr. Bis zu zehn Jahren könnte die Haftstrafe andauern. Bei der Verhandlung müssen jedoch auch mögliche Vorstrafen in den Blick genommen werden. Falls es welche gibt, können sie das Urteil beeinflussen.

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