Grand Jam mit Harriet Lewis: Kleine Frau mit gewaltiger Stimme

dzKonzert

Das Grand Jam bot mitreißenden Funk, Blues und Soul mit einer Prise Jazz, dargeboten von exzellenten Musikern. Höhepunkt der grandiosen Mischung war Harriet Lewis - eine kleine Frau mit riesiger Stimme.

Bergkamen

, 05.03.2020, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grand-Jam-Liebhaber hatten es geahnt: Der Saal der Gaststätte Thorheim war voll wie selten. Das Publikum drängte sich erwartungsvoll an den Tischen und wartete gespannt auf den Beginn des Konzerts.

Sie wurden nicht enttäuscht: Eigens für den Abend in Bergkamen hatte Gitarrist Gregor Hilden sein „Gregor Hilden Organ Trio“ zu einem Quintett erweitert. Saxofonist Tommy Schneller und Bassist Olli Gee, die beiden Organisatoren des Abends, ergänzten das Trio, das aus Hilden, Wolfgang Roggenkamp am Keyboard und Dirk Brand an den Drums besteht.

Stimme mit viel Volumen und Kraft

Im ersten Stück „All about my Girl“ gab die Band die musikalische Richtung vor: Sie begann mit einem swingenden Blues und steigerte sich zu energiegeladenem Rock mit viel Funk und Soul.

Und dann kam Harriet Lewis und brachte gleich mit „Tell Mama“ die Bühne und den Saal unter ihre Kontrolle. Erstaunlich, welches Volumen und welche Kraft die Stimme dieser kleinen Frau mit Glitzerkleid, Lederjacke und Riesenbrille hat.

Sie schien nicht zu stoppen und musste die Energie in ihrer Stimme auch körperlich ausleben. Selbst wenn die Band zu Instrumentalpassagen ansetzte, blieb sie in Bewegung, tanzte auf der Bühne oder schlug den Schellenkranz.

Die eigens für das Konzert vom Trio zum „Gregor Hilden Organ Quintett“ erweiterte Band bot meisterhafen  Funk, Blues, Soul und Jazz.

Die eigens für das Konzert vom Trio zum „Gregor Hilden Organ Quintett“ erweiterte Band bot meisterhaften Funk, Blues, Soul und Jazz. © Michael Dörlemann

Olli Gee mit einem Bass-Solo

Bei den Soli zeigten Hilden und Schneller, was sie auf ihren Instrumenten können. Sogar Olli Gee setzte zu einem Bass-Solo an, Brand bearbeitet das Schlagzeug mit Verve und Roggenkamp bewies, dass er sein 70er-Jahre-Hemd nicht nur zufällig trug: Auch das Keyboard klang nach dem Funk der 70er.

Zu den Höhepunkte im ersten Teil des Konzerts zählten energiegeladene Ohrwürmer wie „CC Rider“. Beim „Walkin´ Blues“ bewies Lewis, dass sie nicht nur mitreißenden Funk, sondern auch Balladen mit viel Soul beherrscht.

Nach der Pause durfte für zwei Stücke wieder die Band allein auf die Bühne und überraschte das Publikum mit einer rockigen Version von „Mamy Blue“, in Deutschland unter anderen bekannt durch die Version von „Boney M“. Dann eroberte Harriet Lewis wieder den Saal, bis sie das Konzert zunächst mit „Midnight Train to Georgia“ beendete.

Bei der Zugabe, die sich nicht auf der Bühne sondern im Publikum gab, brachte sie sogar die Westfalen zum Tanzen.

Das Konzert in Bergamen war der Aufakt zu einer Tournee. Der nächste Auftritt ist in Stuttgart, dann allerdings mit einem Musiker-Trio. Das Quintett blieb Bergkamen vorbehalten.

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