Mülltrennung: Falsch entsorgte Videokassetten können die Sortieranlage lahmlegen

dzAktion für die Gelbe Tonne

Viele haben den Glauben an die Gelbe Tonne verloren. Doch wer richtig trennt, sorgt dafür, dass das Plastik darin tatsächlich recycelt wird. Dass das jeder versteht, will die Initiative „geTon“ erreichen.

Rünthe

, 18.09.2019, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ute und Uwe Schäfer bestehen den Test. Ohne lange nachzudenken, werfen sie die Zettel, auf denen unterschiedliche Abfälle abgebildet sind, in die bereitstehenden Tonnen. Zur Belohnung bekommen sie einen wiederverwendbaren Obst- und Gemüsebeutel – den sie zu Hause aber längst haben. „Wir achten schon lange auf die richtige Mülltrennung“, sagt Ute Schäfer.

So fit wie das Paar ist nicht jeder. Tatsächlich könne Mülltrennung manchmal zu einer kniffligen Aufgabe werden, sagt der SPD-Abgeordnete Michael Thews.

Er steht am Mittwochmorgen gemeinsam mit dem Team der Initiative „geTon“ auf dem Kauflandparkplatz in Rünthe, um die Bergkamener über richtige Mülltrennung und Recycling zu informieren.

Wie die Abkürzung verrät, konzentriert sich die Initiative, die sich unter anderen aus Unternehmen der Verpackungsindustrie, Herstellern und Recyclingunternehmen zusammensetzt, auf Plastikmüll. „Die Gelbe Tonne ist unser Sorgenkind“, sagt Claudia Fasse von der Initiative. In sie hätten viele kein Vertrauen mehr, weil sie glaubten, dass sowieso alles verbrannt wird.

geTon wirbt für Mülltrennung und Vertrauen in die gelbe Tonne

Dass das nicht so ist und die richtige Mülltrennung ein wichtiger Bestandteil eines Kreislaufes sein kann, in dem Verpackungen an der richtigen Stelle landen, will die Initiative den Bergkamenern am Mittwoch erklären. „Richtig getrennt ist halb recycelt“, sagt Dietmar Böhm, der als Geschäftsführer des Entsorgungsunternehmens GreenCycle ebenfalls involviert ist.

Böhm betont, dass sich nicht nur die Verbraucher richtig verhalten müssen, sondern auch Produzenten. Es gebe zu viele Verpackungen, die aus mehreren Schichten Plastik oder unterschiedlichen Materialien bestehen und das Recyceln erschweren oder unmöglich machen. Ein einfaches Beispiel ist der Joghurtbecher, der teilweise aus Papier, Plastik und Aluminium besteht.

Mülltrennung: Falsch entsorgte Videokassetten können die Sortieranlage lahmlegen

Friedhelm Susok von der Initiative „geTon“ ist begeistert. Ute und Uwe Schäfer sind wahre Mülltrenn-Experten. © Claudia Pott

Viele sind unsicher – und holen sich Rat bei der Mülltrennung

Dass nicht alle Personen im Kreis Unna wissen, wie man richtig trennt, ist auch der Abfallgesellschaft GWA bewusst, die sich mit einem eigenen Stand an der Aktion beteiligt. Richtig zu trennen sei manchmal gar nicht so einfach, sagt die Beraterin Dorothee Weber.

Die wenigsten wüssten zum Beispiel, dass eine Videokassette nicht in die gelbe Tonne gehört, weil sie zu Problemen in der Sortieranlage führen können. „Die Bänder verheddern sich in der Anlage. Deshalb sind schon ganze Förderbänder stehen geblieben“, weiß Weber. Wer bei der GWA anruft, erfährt, dass die Kassetten in den Restmüll gehören.

Und es gebe tatsächlich viele Menschen, die sich einen Rat holen. Das Interesse an Mülltrennung sei in den letzten Jahren deutlich angestiegen, sagt Weber. Das sieht man auch am Mittwoch. Weber wird einige Tipps an Interessierte los – etwa dass Eierkartons in der Biotonne Feuchtigkeit effizient aufsaugen.

Obwohl sie sich mit Entsorgung beschäftigen, wünschen sich die Abfallexperten
natürlich auch, dass generell weniger Müll und Plastik produziert wird. „Wir unterstützen Initiativen, die sich für die Plastikvermeidung einsetzen“, so Claudia Fasse von „geTon“. Vermeidung stehe an erster Stelle, es folgten Wiederverwertung und Recycling.

Wie Verpackungen ganz einfach vermieden werden können, weiß auch das Ehepaar Schäfer: Es hat einen Wasserfilter und kauft keine Flaschen im Supermarkt ein, sondern trinkt direkt aus dem Kran. Es sind die kleinen Schritte, die zählen.

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