Gesundheitszentrum PueD muss Ersatz für einen Wald ohne Bäume leisten

dzGrimberg 3/4

Auf der alten Zeche Grimberg 3/4 soll ein Gesundheitszentrum entstehen. Doch das Vorhaben hakt. Der Bauherr soll Ersatz für einen Wald schaffen, den es gar nicht gibt.

Bergkamen

, 17.10.2019, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Ärztehaus mit Kita, Tagesstätte, Café und barrierefreien Wohnungen: Es sind große und vielversprechende Pläne, die die Pued GmbH für ihr Gesundheitszentrum auf der ehemaligen Zeche Grimberg 3/4 hat. Doch die Umsetzung hakt, der Baustart ist noch immer nicht in Sicht.

Die Pued GmbH verfügt zwar über eine Baugenehmigung, doch die ist mit einer Auflage verbunden: Der erste Bauabschnitt des Zentrums darf erst gebaut werden, wenn die PueD GmbH eine sogenannte „Waldumwandlungsgenehmigung“ hat.

Es geht um eine Fläche von etwa 2000 Quadratmetern

Dabei geht es aber nicht um einige Bäume am Rand des Lütke Holz, die noch zum Baugrundstück gehören. Nach Angaben von Andreas Schmid, Sprecher der PueD GmbH, geht es um eine Fläche von etwa 2000 Quadratmetern am Rand des Baugrundstücks.

Sie ist zu einem großen Teil asphaltiert, Bäume wachsen dort nicht. „Aber das Forstamt Gelsenkirchen hat entdeckt, dass sie im Kataster als Wald verzeichnet ist. Für uns war das gar nicht zu erkennen“, sagt Schmid.

Offenbar sind für einen Wald keine Bäume erforderlich – und so muss das Unternehmen jetzt Neuanpflanzungen für Bäume vornehmen, die es offenbar schon lange nicht mehr gibt.

Gesundheitszentrum PueD muss Ersatz für einen Wald ohne Bäume leisten

Im ersten Bauabschnitt des PueD soll auch eine Kindertagesstätte entstehen.

Suche nach Ausgleichsfläche ist schwierig

Und damit beginnt das Problem, vor dem das Unternehmen jetzt nach Schmids Angaben steht: Es muss als Ausgleich für die Waldfläche, die durch das Gesundheitszentrum verloren geht, an anderer Stelle neuen Wald schaffen – in diesem Fall mit echten Bäumen, versteht sich.

Eine Fläche dafür zu finden, sei nicht leicht, sagt Schmid. Sie muss die erforderliche Größe haben, sich möglichst an einem schon vorhandenen Wald befinden.

Und der Eigentümer muss bereit sein, sie für die Neuanpflanzung zur Verfügung zu stellen. Das hat sich bisher für den Bauherrn als unüberwindliches Hindernis erwiesen. „Wir sind immer noch auf der Suche nach einer Fläche“, sagt Schmid. Deshalb will er sich auch noch nicht auf einen möglichen Baubeginn festlegen.

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An anderer Stelle ist das Unternehmen schon deutlich weiter. In Dortmund-Eving gibt es schon ein PueD. Es hat auch das ehemalige Kreishaus in Ahaus zu einem Gesundheitszentrum umgebaut.

PueD auf der Zeche
Gesundheitszentrum mit mehreren Anbietern

  • Die Abkürzung „PueD“ steht für „Partner unter einem Dach“. Sie wird wie „Pütt“ ausgesprochen, um an den Standort auf einer ehemaligen Zeche zu erinnern.
  • In das Zentrum sollen Ärzte und Anbieter aus dem Gesundheitsbereich einziehen. Außerdem ist ein Café geplant.
  • Im ersten Bauabschnitt sollen eine Kindertagesstätte, eine Tagespflege und mehrere barrierefreie Wohnungen entstehen.

Zwei weitere Zentren in Emmerich und Hagen haben das Bergkamener Projekt überholt und sind schon im Bau. Das Pued in Hagen, das mittlerweile schon im Rohbau fertig ist, entsteht an einer prominenten Stelle: Es wird auf dem Gelände der ehemaligen Brandt-Zwieback-Hauptverwaltung gebaut. Es entsteht in direkter Verbindung zu der denkmalgeschützten Fassade der ehemaligen Brandt-Zentrale.

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