Zur Eröffnung des neuen Jagd- und Schießzentrums in Overberge kamen zahlreiche Besucher. Sie besichtigten die neue Anlage. Geschossen wird dort vorerst allerdings noch nicht.

Bergkamen

, 22.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung trug am Samstagvormittag Grün und das war dem Anlass durchaus angemessen. Ina Scharrenbach zählte zu den Gästen der Eröffnungsfeier des Schießzentrums der Kreisjägerschaften Unna-Hamm an der Hansastraße in Overberge. Natürlich stand sie auf der Liste der Grußwortrednerinnen und -redner. Und einmal bekam Scharrenbach besonders lauten Beifall: Als sie betonte, dass die beiden Kreisjägerschaften ihr Schießzentrum ohne den Einsatz von Steuermitteln gebaut haben.

Geschossen wird im Schießzentrum erst, wenn die Eröffnungsgäste wieder weg sind

Die Vorsitzenden der Kreisjägerschaften Reinhard Middendorf (l.), Prof. Dr. Lothar Reinken (3 v.l.) und Schießzentrums-Geschäftsführer Jochen Trebing (2.v.l) erhalten den symbolischen Schlüssel für den Neubau. © Borys P. Sarad


Die Anlage kostet 7,3 Millonen Euro

Dabei nahmen die Jäger aus Hamm und dem Kreis Unna rund 7,3 Millionen Euro für das Schießzentrum in die Hand, das mehrere Eröffnungsredner als bisher einmalig in Deutschland bezeichneten. Die Raumschießanlage, die das niedersächsische Unternehmen Jagdwelt 24 GmbH betreibt, haben sie völlig frei finanziert. Für den jagdlichen Schießstand, für den die beiden Kreisjägerschaften eigens die Schießzentrum Unna-Hamm GmbH gegründet haben, konnten sie zu 80 Prozent auf Mittel einer staatlichen Abgabe zurückgreifen. Das Geld stammt noch aus der Jagdabgabe: Bisher musste jeder Jäger 45 Euro zahlen, wenn er den Jahresjagdschein bekam. Inzwischen hat die Landesregierung diese Abgabe wegen massiver Zweifel an ihrer Verfassungsmäßigkeit abgeschafft.

Geschossen wird im Schießzentrum erst, wenn die Eröffnungsgäste wieder weg sind

Auch die Bläser der beiden Kreisjägerschaften taten sich für die Eröffnung zusammen. © Borys P. Sarad


Ausbildung für angehende Jäger

Projekte wie das Overberger Schießzentrum könnten aber auch weiter auf Zuschüsse hoffen, die die Jäger bezahlen, sagte der Präsident des Landesjagdverband NRW Ralph Müller-Schallenberg bei der Eröffnung. Künftig sollen die Verbandsmitglieder einen „Jägerbeitrag“ in Höhe von 45 Euro pro Jahr zahlen, aus dem solche Vorhaben finanziert werden. Anlagen wie die in Overberge erfüllten eine wichtige Aufgabe, sagte der Jägerpräsident. Wer regelmäßig zur Waffe greift, sollte wissen, was er tut und damit umgehen können. Deshalb wollen die Kreisjägerschaften zum Beispiel die Schießausbildung an der Hansastraße anbieten.

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Eröffnung Schießzentrum Hamm-Unna

Die Kreisjägerschaften Unna und Hamm haben ihr neues Schießzentrum in Overberge eröffnet.
22.06.2019
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Eröffnung Schießzentrum© Borys P. Sarad
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Training für berufsmäßige Waffenträger

Den Jagdschein zu machen, sei schwieriger als das Abitur zu bestehen, meinte dazu Bürgermeister Roland Schäfer, ein Nicht-Jäger. Aber auch diejenigen, die das Jagen schon gelernt haben, müssen regelmäßig trainieren. Das gilt auch und gerade für diejenigen, die berufsmäßig schießen. Deshalb werden nicht nur Jäger den Schießstand und die Raumschießanlage nutzen, sondern auch die Bundespolizei, der Zoll und der Sicherheitsdienst der Bundesbank. „Wir haben auch noch weitere Anfragen, zum Beispiel von Sicherheitsdiensten“, sagte die Pressesprecherin der Schießzentrum GmbH, Yvonne Schulz. Erst einmal muss aber der reguläre Betrieb in dem Zentrum beginnen. Geschossen worden ist dort noch nicht - jedenfalls nicht offiziell.

Geschossen wird im Schießzentrum erst, wenn die Eröffnungsgäste wieder weg sind

Ein Besucher visiert ein imaginäres Ziel an. © Borys Sarad


Endabnahme am Dienstag

Denn dafür sind Genehmigungen diverser Behörden notwendig. Jede einzelne habe zwar ihr Einverständnis signalisiert, sagte Schulz. Doch die Endabnahme ist erst für Dienstag terminiert, bei der die Behördenvertreter sich die Anlage gemeinsam anschauen und entscheiden, ob auch wirklich alle Sicherheitsauflage erfüllt sind. „Der Beginn des Schießbetriebes ist für den 1. Juli vorgesehen“, sagte die Pressesprecherin. Dann wird sicherlich auch der eine oder andere Sportschütze zum Training in das neue Zentrum kommen. Die Idee, es zu bauen, entstand bereits vor 15 Jahren, wie der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Unna, der Overberger Reinhard Middendorf, sich erinnerte.

Geschossen wird im Schießzentrum erst, wenn die Eröffnungsgäste wieder weg sind

Am Eröffnungswochenende musste in den Schießständen noch nicht auf den Sicherheitsabstand geachtet werden. © Borys P. Sarad


Für die Sportschützen gibt es noch Platz

Und zwar deshalb, weil die Schießgruppe Overberge ihre Aktivitäten an der Hansastraße konzentrieren wollte. „Dann lasst uns doch etwas zusammen machen“, schlug Middendorf seinerzeit vor. Die Sportschützen verabschiedeten sich zwar zwischenzeitlich aus dem Projekt. Doch das konnte den Bau des Schießzentrums nicht aufhalten. Und bei der Eröffnung am Samstag betonte Middendorf, dass es neben dem Neubau noch eine Wiese mit viel Platz für mögliche Partner gebe: „Da haben die Sportschützen Baurecht: Wenn ihr wollt, können morgen die Bagger rollen.“

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