Gericht erlässt Haftbefehl gegen den abwesenden Besitzer von zwei Gramm Marihuana

dzAngeklagter schwänzt Prozess

Der mutmaßliche Besitz von rund zwei Gramm Marihuana beschert einem Bergkamener reichlich Ärger. Zu dem Ärger, den er ohnehin schon wegen Drogenbesitzes hat, kommt wohl weiteres Ungemach.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 07.01.2019 / Lesedauer: 2 min

Am Montag sollte sich der Mann für den Besitz der Droge vor dem Amtsgericht Unna verantworten – und erschien nicht. Das hat für ihn jetzt schlechte Folgen.

In der Nacht auf den 16. September des vergangenen Jahres war der 18-Jährige in Dortmund unterwegs. Das Auto, in dem er als Beifahrer saß, wurde von der Polizei im Rahmen einer Verkehrskontrolle gestoppt. Und an dieser Stelle bewiesen die Beamten im wahrsten Sinne des Wortes den richtigen Riecher: Sie nahmen das Fahrzeug genauer unter die Lupe. Mit Erfolg: Unter dem Beifahrersitz und im Handschuhfach stießen sie auf drei Tütchen, in denen sich insgesamt 2,02 Gramm Marihuana befanden. Offenbar gab der junge Bergkamener den Polizisten gegenüber auch zu, dass diese Drogen ihm gehörten.

Bereits vor einiger Zeit befasste sich das Unnaer Jugendschöffengericht mit dem Fall und in der damaligen Verhandlung stellte der 18-Jährige plötzlich in Abrede, dass das Marihuana sein Eigentum war – anders als bei seiner ersten Aussage gegenüber den Polizeibeamten. Die Konsequenz: Das Verfahren wurde zunächst ausgesetzt.

Jetzt sollte die Sache komplett neu aufgerollt werden – mit dem Fahrer des Autos, in dem der 18-Jährige ertappt wurde und den ermittelnden Polizeibeamten im Zeugenstand.

Tatsächlich waren die Zeugen auch vollzählig vor Ort erschienen, um ihre Aussage zu machen. Allerdings blieb die Anklagebank leer. Der Bergkamener fehlte trotz ordnungsgemäßer Ladung zum Termin ohne jegliche Entschuldigung für sein Fernbleiben. Die Zeugen mussten deshalb ungehört entlassen und das Verfahren erneut ausgesetzt werden.

Falls der 18-Jährige gehofft hatte, damit der Anklage zu entgehen, hat er sich allerdings getäuscht. Wenn er Pech hat, muss er zunächst einmal in Haft. Das Gericht reagierte prompt auf sein Fehlen der bei Verhandlung: Um sicher zu stellen, dass der 18-Jährige beim nächsten Anlauf nicht erneut vor der Verhandlung drückt, erging ein Haftbefehl gegen ihn.

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