Geräumte Häuser: Stadt prüft Anträge der Eigentümer immer noch

dzTöddinghauser Straße

Die Eigentümer aus den geräumten Häusern müssen noch einige Tage mit der Ungewissheit leben, ob und wann sie wieder einziehen können. Die Stadt und der Kreis prüfen noch.

Bergkamen

, 28.08.2019, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Eigentümer der Wohnungen in den beiden geräumten Häusern müssen sich noch einige Tage gedulden, bevor die Stadt ihnen mitteilt, ob sie wieder einziehen können. Zurzeit befassen sich die Behörden mit einer Stellungnahme, die ein weiterer Brandschutzsachverständiger im Auftrag der Eigentümer bei der Stadt eingereicht hat. Sie ist eine Ergänzung zum Antrag, die Ordnungsverfügung zur Räumung der Häuser aufzuheben, den die Eigentümer bereits Mitte August gestellt hatten.

Prüfung kostet nach Aussage des Bürgermeisters Zeit

„Wir benötigen einige Zeit, um diese sechs Seiten durchzuarbeiten“, sagt Bürgermeister Roland Schäfer auf Anfrage. Daran sei nicht nur die städtische Bauordnung beteiligt, sondern auch die Brandschutzstelle des Kreises Unna. Es ist allerdings nicht sonderlich wahrscheinlich, dass die Stadt ihre Ordnungsverfügung aufhebt, nachdem sie die erneute Stellungnahme geprüft hat. „Auch der Gutachter, der sie verfasst hat, geht davon aus, dass noch nicht alle Brandschutzmaßnahmen getroffen sind“, sagte Schäfer.

Gutachter mit zweifelhaftem politischen Ruf

Bisher hatte der Bergkamener Gutachter Thomas Albrecht die Wohnungseigentümer beraten. Die Ergänzung zu dem von ihm maßgeblich mitverfassten Antrag stammt jedoch vom ehemaligen Dortmunder Feuerwehrchef Klaus-Jürgen Schäfer. Der ehemalige Feuerwehrchef wurde 2010 als Leiter des Dortmunder Instituts für Feuerwehr- und Rettungstechnologie (IFR) suspendiert, weil er auf einer Neonazi-Demonstration gesichtet wurde. Erst im vergangenen Jahr wurde er wegen Volksverhetzung verurteilt.

Der Bergkamener Bürgermeister Roland Schäfer versicherte, dass die erneute Eingabe fachlich geprüft wird, ohne auf die möglichen politischen Ansichten des Verfassers einzugehen.

Schäfer wirft Eigentümern „blockieren und taktieren“ vor

Der Bürgermeister warf den Wohnungseigentümern und ihren Vertretern vor, selbst für Verzögerungen gesorgt zu haben. Sie hätten immer wieder „blockiert und taktiert“. „Wenn die Auflagen der Ordnungsverfügung konsequent umgesetzt worden wären, hätte es sogar schon im Juni oder Juli zum Wiedereinzug kommen können“, sagte Schäfer. Er bezieht sich damit auch auf die Formulierung in der Ordnungsverfügung, dass für die endgültige Feststellung aller Brandschutzmängel eine gutachterliche Untersuchung unerlässlich sei. Dabei gehe es nicht nur um Bestandsschutz, sondern auch um neuere Erkenntnisse, die in den Brandschutz einfließen sollen.

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