Gemeinde will St. Clemens zur Urnenkirche machen - das Erzbistum tritt auf die Bremse

dzKatholische Kirche

Die katholische Gemeinde Bergkamen hat noch Verwendung für ihre kleinste Kirche St. Clemens. Sie will sie sogar umbauen. Aber sie braucht die Genehmigung des Bistums - die lässt auf sich warten.

Bergkamen

, 30.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit der katholischen Fusion zum Jahresbeginn gibt es in Bergkamen nur noch die Gemeinde Heilig Geist, aber fünf Kirchen. In Rünthe stehen sogar zwei katholische Gotteshäuser: Die Kirche Herz Jesu im Osten des Stadtteils und St. Clemens am Westenhellweg. Sie ist die mit Abstand kleinste Kirche der Bergkamener Katholiken. So könnte man auf den Gedanken kommen, dass sie angesichts des Zusammenschlusses der vormals fünf Gemeinden im Stadtgebiet eigentlich überflüssig ist.

Die Gemeinde will die Kirche in Rünthe erhalten

Ist sie aber nicht, versichert Pastor Thorsten Neudenberger auf Nachfrage. Er weist alle Spekulationen darüber zurück, dass die Gemeinde die kleine Kirche aufgeben könnte. Im Gegenteil, die Gemeindeleitung hegt schon recht konkrete Pläne für St. Clemens: „Wir wollen sie zu einer Urnenkirche umbauen“, sagt Neudenberger. Dort soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Asche von Verstorbenen beizusetzen.

So ähnlich könnte es in St. Clemens demnächst auch aussehen: In der Urnenkirche St. Josef in Aachen kann die Asche von Bestatteten beigesetzt werden.

So ähnlich könnte es in St. Clemens demnächst auch aussehen: In der Urnenkirche St. Josef in Aachen kann die Asche von Bestatteten beigesetzt werden. © picture alliance / dpa-tmn

Dieses Bestattungsform erfreut sich offenbar steigender Beliebtheit. Es gebe eine ganze Reihe von Gemeindemitgliedern, die keine Verwandten in der Nähe haben und deshalb fürchten, dass nach ihrem Tod niemand da ist, der ihr Grab pflegen könnte, berichtet Neudenberger. St. Clemens sei als Urnenkirche auch deshalb geeignet, weil sie in der Nähe des Rünther Friedhofs steht. Der befindet sich auf der anderen Seite der Kreuzung mit der Werner Straße am Westenhellweg.

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Das Erzbistum muss zustimmen

Allerdings weiß Neudenberger noch nicht, wann die ersten Bestattungen in St. Clemens möglich sind. Für den Umbau ist die Zustimmung des Erzbistums Paderborn nötig. Die Kirchenoberen stehen den Plänen zwar offenbar nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, wollen die Zusage aber zunächst nicht erteilen: Die Gespräche sollen geführt werden, wenn der Pastorale Raum Bergkamen, Kamen und Bönen gegründet worden ist, sagt Neudenberger.

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So lange Pfarrer Bernhard Nake und Pastor Meinolf Wacker aus dem Pastoralverbund Kamen-Kaiserau noch keinen passenden Sitz für ihr Jugendprojekt „Go4peace“ gefunden haben, wird es aber nichts mit diesem Zusammenschluss. Bisher gebe es dabei keine neuen Entwicklungen, teilt das Erzbistum auf Anfrage mit.

Also wird wohl auch die Urnenkirche in Rünthe auf sich warten lassen. Dabei liegt der Plan im Trend: Nachdem einem Bericht des katholischen Onlinemagazins „Kirche und Leben“ hatte sich die Zahl der Urnenkirchen zwischen 2013 und 2018 verdoppelt: 27 der 42 Urnenkirchen standen demnach in NRW.

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