Geldstrafe wegen versuchter Nötigung

dzGericht

Als ein Bergkamener sah, dass ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes Knöllchen an der Straße verteilte, an der der Mann wohnte, macht er seinem Ärger darüber verbal Luft zu. Das hat nun ziemlich teure Konsequenzen.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 10.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Der 33-Jährige muss 1200 Euro Geldstrafe wegen versuchter Nötigung zahlen. In Form eines Strafbefehls war diese Entscheidung dem Angeklagten zugegangen. Damit allerdings nicht einverstanden, legte der Mann rechtzeitig Einspruch ein. Und so sahen sich der 33-Jährige und der Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Amtsgericht Kamen wieder. Laut Vorwurf hatte der Angeklagte dem Mitarbeiter am Vormittag des 20. August vom Balkon aus damit gedroht, runter zu kommen, wenn er nicht sofort aufhörte, Strafzettel zu verteilen. Und den vom Wagen des Angeklagten sollte er auch schleunigst wieder weg nehmen. „Ich komm gleich mal runter, und dann wirst du erst mal keine Knöllchen mehr schreiben“, soll der Bergkamener geschrien haben.

Der Angeklagte erklärte im Gericht, seine Frau sei runter zum Auto gegangen und habe sich lautstark mit dem Mann vom Ordnungsamt gestritten. Vom Balkon aus habe der Angeklagte gefragt, ob alles in Ordnung sei. Seine Frau habe ihn daraufhin aufgefordert, wieder rein zu gehen. Das habe er dann auch getan: „Ich hab nicht mit dem Mann kommuniziert.“ Der Angeklagte gab aber zu, einen rauen Ton an sich zu haben. Vielleicht hatte sich der Mitarbeiter dadurch bedroht gefühlt.

Der Richter äußerte nach den Angaben des Angeklagten Bedenken. In all den Jahren als Richter habe er immer wieder erleben müssen, wie Familienmitglieder die Äußerungen von Angeklagten bestätigten und einige Zeit später wegen Falschaussage selbst auf der Anklagebank saßen. Im vorliegenden Fall, in dem die Ehefrau des 33-Jährigen als Entlastungszeugin geladen worden war, befürchte er so etwas auch. Denn sowohl der Mitarbeiter des Ordnungsamtes, als auch eine ehemalige Nachbarin schilderten das Geschehen laut Aktenlage so, wie in der Anklageschrift beschrieben.

Die offenen Worte führten zu einer Unterbrechung der Verhandlung. Der Verteidiger des Bergkameners redete mit seinem Mandanten. Ergebnis: Der Mann nahm den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück und akzeptierte damit die 1200 Euro Strafe.

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