Geldstrafe für Bergkamener, der sich mit der Bankkarte eines Bekannten bediente

Spielschulden

Ein 34 Jahre alter Bergkamener bekommt von einem älteren Bekannten aus Mitleid viel Geld zugesteckt. Dann bedient er sich auch noch mit dessen Bankkarte. Dafür bestraft ihn das Gericht.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 18.05.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Bergkamener soll mit der Bankkarte eines Bekannten viel Geld vom Automaten abgehoben haben. Dafür bekam er eine Geldstrafe und die Staatsanwaltschaft will das Geld zurückfordern. (Symbolbild)

Ein Bergkamener soll mit der Bankkarte eines Bekannten viel Geld vom Automaten abgehoben haben. Dafür bekam er eine Geldstrafe und die Staatsanwaltschaft will das Geld zurückfordern. (Symbolbild) © picture alliance / dpa

Ein 34 Jahre alter Bergkamener und ein älterer Herr aus Kamen lernten sich bei einer Reha kennen. Beide waren damals schwer krank. Nach ihrer Entlassung blieben die Männer in Kontakt. Jetzt saß der 34-Jährige auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen.

Laut Vorwurf hatte er Anfang Dezember vergangenen Jahres gegen den Willen des älteren Herren dessen Geldkarte genommen und von einem Automaten in Bergkamen erst 2500 und acht Stunden später weitere 1000 Euro abgehoben. Im Gericht gab der Angeklagte zu, das Geld genommen zu haben. Aber: „Er hat es mir erlaubt.“

Angeklagter hatte schon 13.200 Euro bekommen

Das sah die Ehefrau Kameners ganz anders. Etwa zwei Jahre lang habe ihr Gatte dem Angeklagten hinter ihrem Rücken immer wieder Geld zukommen lassen, sagte sie aus. Insgesamt 13.200 Euro. Das sei richtig, erklärte der 34-Jährige. Die Frau habe tatsächlich nichts davon gewusst. Das Geld habe der Mann ihm aber geschenkt, weil der 34-Jährige aufgrund seiner Erkrankung seine Arbeit verloren hatte. Der Angeklagte sollte das Geld zurückzahlen, war sich die Ehefrau sicher. Der Bergkamener habe im Nachhinein sogar einen Darlehensvertrag über 13.200 Euro unterschrieben. „Ich hab‘s nicht einmal gelesen. Ich hab einfach unterschrieben, damit die Frau beruhigt war“, erklärte der Angeklagte dazu.

Den Geschädigten hörte das Gericht nicht zu dem Vorfall. Es gehe ihrem Mann sehr schlecht, so die Ehefrau. Mit großer Wahrscheinlichkeit könnte er sich nicht an das Geschehen erinnern.

Den größten Teil des Geldes verspielt

Auf Nachfrage gab der Angeklagte an, das Geld, das er von seinem Bekannten bekommen hatte, verspielt zu haben. Dem Geschädigten habe er das verheimlicht. Er habe vielmehr vorgegeben, Geld für Schulden und für den Kauf von Medikamenten zu brauchen.

Für den Richter stand jedenfalls fest, dass es sich bei diesen Angaben des Bergkameners um eine Schutzbehauptung und nicht um die Wahrheit handelte: „Ich glaube Ihnen die Geschichte nicht“, sagte er rundheraus.

2400 Euro Strafe wegen der Abheben des Geldes und damit wegen Computerbetruges lautete schließlich das Urteil gegen den 34-Jährigen. Zudem wird die Staatsanwaltschaft versuchen, die 3500 Euro vom Angeklagten einzufordern und an den Geschädigten zurückzugeben.

Der 34-Jährige strebt möglicherweise an, gegen das Urteil vorzugehen wie nach dem Schluss der Verhandlung zu erfahren war.

Lesen Sie jetzt