Gegen Vereinsamung: Frauenhilfe Sundern bietet regelmäßigen Kontakt per Telefon

dzIn der Coronakrise

Die Frauenhilfe Sundern will nicht, dass ihre Mitglieder in Isolation sitzen und vereinsamen. Die Bezirksfrauen bieten einen Telefonservice an, auch für alle anderen einsamen Oberadener.

Bergkamen

, 20.03.2020, 17:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als klar war, dass auch die Oberadener Frauenhilfen sich wegen der Corona-Gefahr nicht mehr treffen dürfen ließ das Barbara Hoelken keine Ruhe. Die Leiterin der Frauenhilfe Sundern dachte darüber nach, wie die Frauen trotzdem Kontakt miteinander halten können. „Besonders viele unserer älteren Mitgliedern freuen sich auf die Treffen, weil sie dann jemandem zum Reden haben“, sagt Hoelken.

Am Donnerstagabend hatte sie schließlich die rettende Idee. Sie setzte sich mit ihren zehn Bezirksfrauen in Verbindung und beratschlagte, ob es nicht möglich ist, zumindest einen regelmäßigen telefonischen Kontakt zu halten.

Regelmäßige Anrufe bei den Frauenhilfe-Mitgliedern

Die Bezirksfrauen willigten ein und wollen regelmäßig mehrmals in der Woche jeweils zwei bis sechs Kontaktpersonen anrufen und mit ihnen eine gewisse Zeit reden. Der Service soll sich nur aufs Reden beschränken und auf indirekte Hilfe. „Wir können nicht einkaufen oder andere Besorgungen machen. Aber wir haben die Möglichkeit, das innerhalb der Gemeinde zu organisieren“, sagt Hoelken.

Ältere Menschen, die nicht gut aus dem Haus können, bekommen jemanden vermittelt, der für sie einkauft und die Einkäufe vor die Tür stellt. Den Anrufservice soll es zunächst für die Frauenhilfe und für die Besucher des Seniorencafés im Sundern gelten

. Die Bezirksfrauen meinen aber, dass sie darüber hinaus durchaus noch freie Kapazitäten haben. Menschen aus dem Bereich Oberaden, die gerne in der häuslichen Isolation zumindest per Telefon ein wenig Kontakt zu anderen Menschen haben möchten, können sich bei Barbara Hoelken melden und werden dann ebenfalls angerufen. Voraussetzung ist lediglich, das sie aus dem Ortsteil kommen. In einer kirchlichen Gruppe müssen sie nicht unbedingt sein.

Auch der Tausch der Telefonpartner ist möglich

Sie hat sogar schon darüber nachgedacht, dass es für die eine oder andere langweilig werden könnte, immer mit derselben Person am Telefon zu reden. Auf Wunsch ist es möglich, die Telefonpartnerin regelmäßig zu tauschen - denn möglicherweise kommt es dann zu Gesprächen über ganz andere interessante Themen. Barbara Hoelken hofft, dass sich andere an der Aktion ein Beispiel nehmen und entweder selbst bei ihrer Aktion mitmachen oder eine ähnliche organisieren.

Für alle, die Interesse an der Telefonaktion haben und angerufen werden möchten oder selbst Interesse haben, andere anzurufen, ist Barbara Hoelken unter Tel. (02306) 998043 zu erreichen.

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