Gegen Giftraupen hilft nur der Sauger – Befall ist stärker als im Vorjahr

dzEichenprozessionsspinner

Die vorbeugenden Maßnahmen gegen Eichenprozessionsspinner haben in Bergkamen im ersten Jahr wenig Erfolg gehabt. Die Stadt kann die Tiere nur bekämpfen, wenn sie auftreten – und setzt Prioritäten.

Bergkamen

, 15.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es um den Eichenprozessionsspinner geht, kann Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters keine echten Erfolgsmeldungen verbreiten. Die Stadt hatte nach dem starken Befall von Eichen im vergangenen Jahr reagiert und diverse Maßnahmen ergriffen, um die Zahl der Raupen zu reduzieren. Unter anderem hängte der Baubetriebshof Nistkästen für Vögel an mehreren Stellen in Bergkamen in die Eichen.

Nistkästen brachten noch nicht den erhofften Erfolg

Die Vögel sollten die Falter fressen, deren Raupen die für den Menschen gefährlichen Brennhaare haben. Das half zumindest im ersten Jahr ebenso wenig wie die Fallen für die Raupen, die an einigen Stellen im Stadtgebiet hängen. Nach Einschätzung des Baubetriebshofs ist der Befall sogar größer als noch im vergangenen Jahr.

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Der Baubetriebshof muss sich deshalb darauf beschränken, die Raupen dort zu bekämpfen, wo sie auftreten. Dafür hatte er in diesem Jahr noch einmal aufgerüstet. Bereits im vergangenen Jahr hatte er Schutzkleidung und einen Spezialsauger für einen eigenen Trupp gekauft, um die Raupen von befallenen Bäumen abzusaugen. In diesem Jahr ist noch eine zweite solche Ausrüstung hinzugekommen und weitere Mitarbeiter wurden geschult.

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Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Bergkamen

Obwohl die Stadt auch immer wieder Privatunternehmen einsetzt, um die Raupen zu bekämpfen hat sie keine Chance, alle Eichen in Bergkamen von den Eichenprozessionsspinnern zu befreien. Immerhin gibt es etwa 6000 Eichen allein auf öffentlichen Flächen in der Stadt.

Meist hilft nur, die Raupen und ihre Nester mit einem Spezialsauger abzusaugen. Der städtische Baubetriebshof hat inzwischen selbst zwei Trupps mit Sauger und Schutzkleidung ausgerüstet. Zusätzlich waren noch Spezialfirmen im Einsatz.

Meist hilft nur, die Raupen und ihre Nester mit einem Spezialsauger abzusaugen. Der städtische Baubetriebshof hat inzwischen selbst zwei Trupps mit Sauger und Schutzkleidung ausgerüstet. Zusätzlich waren noch Spezialfirmen im Einsatz. © Marcel Drawe (Archiv)

Bekämpfung an sensiblen Orten wie Kindergärten geht vor

Nach Peters´ Angaben gibt es klare Prioritäten für die Bekämpfung. Die Raupen sollen vor allen an sensiblen Standorten wie Kindergärten, Schulen oder Spielplätze bekämpft werden. „Wenn bei uns der Befall an einem Kindergarten und an einem Straßenbaum gemeldet wird, hat der Kindergarten eindeutig die höhere Priorität“, sagte der Dezernent.

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Er kündigte weitere Maßnahmen an, um den Befall von Eichen mit den Raupen zu reduzieren. Dabei will Peters auch sehen, welche Erfahrungen andere Kommunen mit vorbeugenden Maßnahmen gemacht haben.

Zurzeit geht von den Tieren selbst keine so große Gefahr mehr aus. Die Raupen schlüpfen Anfang Mai und verpuppen sich ab Ende Juni/Anfang Juli. Das heißt aber nicht, dass die Gefahr schon vorbei ist. Die Nester der Raupen bleiben zum Teil mehrere Jahre lang erhalten. Auch sie enthalten die Haare mit dem Nesselgift Thaumatopoein, die sich aus den Nestern lösen können.

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