Gefängnisstrafe für den Gasflaschen-Dieb

dzGericht

Der 43-jährige Angeklagte gab selbst zu, dass seine Tat eine Schnapsidee war. Er hatte mehrere Gasflaschen gestohlen und muss ins Gefängnis. Sein Mittäter fand mehr Milde beim Richter.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 19.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Als Motiv gab der Mann bei der Verhandlung im Amtsgericht Kamen am Mittwoch Geldmangel an. Um an das Diebesgut zu gelangen, hatte der Mann zunächst den Zaun eines Reifenhändlers in Bergkamen überwunden und sich anschließend mit einem Bolzenschneider am Gitterkäfig mit den Flaschen zu schaffen gemacht. 15 Gasbehälter schleppte er zum Zaun. Dort wartete außerhalb des Geländes bereits der Mittäter. Dieser nahm die Flaschen in Empfang und verstaute sie in seinem Auto.

Kurz nach der Abfahrt des vollbeladenen Wagens endete die Diebestour. Ein Anwohner hatte die Tat bemerkt und die Polizei verständigt. Die Beamten waren schnell vor Ort und versperrten den Angeklagten mit dem Streifenwagen den Weg.

Und so saßen die beiden Männer am Mittwoch vor dem Richter. Beide räumten die Tat sofort ein. Der 43-jährige Bergkamener gab an, die Idee gehabt zu haben: „Ich hatte so einen Fall ja schon mal.“ Tatsächlich hatte der Mann 2012 bereits Gasflaschen gestohlen, war ebenfalls erwischt worden und verbrachte dafür drei Monate im Gefängnis. Nun verurteilte ihn der Richter zu zehn Monaten. Bewährung kam für ihn nicht mehr infrage.

Bewährung für den Mittäter

Der 43-Jährige gab auch zu, seinen Bekannten aus Dortmund mit in die Sache reingezogen zu haben. Er habe gewusst, dass der 38-Jährige, genau, wie er, kaum Geld hatte. Dafür aber ein Auto, das dringend TÜV brauchte. Also hatte er den Mann angesprochen. Der war mit dem Plan einverstanden. Im Gericht sagte der 38-Jährige aus, sie seien mit seinem Wagen in der Nacht des 25. Juni auf der Suche nach Gasflaschen durch die Gegend gefahren. Auf den Inhalt sei es ihnen gar nicht angekommen. Es sei nur um das Pfand gegangen. „Es tut mir unsäglich leid“, beteuerte der Dortmunder. Er war in der Vergangenheit mehrfach wegen Schwarzfahrens aufgefallen. Um weitere Straftaten zu verhindern, hatten ihm seine Eltern ein Auto zur Verfügung gestellt. Den Wagen, den der Angeklagte für den schweren Diebstahl genutzt hatte.

Bergkamener legt wohl Rechtsmittel ein

Da der 38-Jährige nicht der Ideengeber war und im Gegensatz zum Mitangeklagten alles von Anfang an bei der Polizei zugegeben hatte, setzte der Richter seine acht Monate Haft „mit Bedenken“ noch einmal zur Bewährung aus. Als Auflage muss er 300 Euro an die Gerichtskasse zahlen. Sein Urteil ist bereits rechtskräftig. Anders beim angeklagten Bergkamener. Er wird die zehn Monate ohne Bewährung mutmaßlich ein Rechtsmittel einlegen.

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