Gedenken an Folteropfer in Bergkamen Kranz für die Opfer des Nationalsozialismus

Redakteur
Bürgermeister Bernd Schäfer und Vertreter der Ratsfraktionen legten einen Kranz zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus nieder.
Bürgermeister Bernd Schäfer und Vertreter der Ratsfraktionen legten einen Kranz zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus nieder. © Marcel Drawe
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Im Vergleich zu früheren Jahren haben deutlich mehr Menschen an der Kranzniederlegung für die Opfer des Nationalsozialismus am Oberlinhaus genommen. Das hat wahrscheinlich mit den Organisatoren der Veranstaltung am ehemaligen KZ Schönhausen zu tun, aber auch mit dem Programm.

Erstmals hatte der Arbeitskreis Demokratie die Organisation der Feierstunde übernommen und dabei das Programm deutlich ausgeweitet. Nach der Kranzniederlegung bat Bürgermeister Bernd Schäfer noch in das ehemalige Wohlfahrtsgebäude der Zechenkolonie Schönhausen. Dort spielte die Gitarrengruppe der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde unter anderem ein Lied von Leonard Cohen mit einem jiddischen Text.

Die Gitarrengruppe der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde.
Die Gitarrengruppe der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde spielte Lieder von Leonard Cohen und Joan Baez. © Dörlemann

Erstmals war auch Alexandra Khariakova als Vertreterin der jüdischen Gemeinde Kreis Unna als Rednerin dabei. Nah der Kranzniederlegung durch den Bürgermeister und Vertreter der Ratsfraktionen konnten Teilnehmer an der Feierstunde nach jüdischem Brauch auch Steine vor dem Gebäude niederlegen.

In seiner Rede erinnerte der Bürgermeister daran, dass vor genau 90 Jahren die ersten Insassen in das provisorische KZ Schönhausen gebracht wurden, das die Nazis im Wohlfahrtsgebäude eingerichtet hatten. Dort wurden sie brutal misshandelt. Schäfer mahnte, sich gegen Rassismus und Diskriminierung zur Wehr zu setzen.