Für diese Menschen wächst jetzt ein Baum im Jubiläumswald in Bergkamen

dzPflanzfest mit Emotionen

Die Witwe für ihren Ehemann, die Familie für die Urenkelin und die Schüler für die Lieblingslehrerin: Sie alle haben jetzt Bäume im Jubiläumswald gepflanzt. Das sind die Geschichten hinter den neuen Bäumen.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 02.11.2019, 15:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Und nun die Schüppe in die Hand und los zum Baum!“ Mit diesen Worten eröffnete am Samstagmorgen Vizebürgermeisterin Monika Wernau das Pflanzfest im Jubiläumswald an der Kuhbachtrasse in Bergkamen. Mit einer stattlichen Zahl von 34 Nachwuchsbäumen wurde die 700er-Marke geknackt.

Mit Bollerwagen, fester und flüssiger Verpflegung und dem Spaten aus dem eigenen Garten machten sich die Baumpaten frohen Mutes an die Buddelarbeit. Fachliche Unterstützung gab es von den hilfreichen Mitarbeitern der Gartenfirma Röttger, beste Begleitmusik von Countrysängerin Kelsey Klamath.

Ein Baum für die Urenkelin

Die Baumpaten konnten bei dieser Pflanzaktion etliche Geschichten erzählen. So hatte das Stichwort „Nachwuchs“ Lieselotte Kilian bewogen, zusammen mit der ganzen Familie den nunmehr zehnten Baum zu pflanzen. „Dieses Mal für Urenkelin Thalea Elina – und ein Ende ist bei meiner großen Familie nicht abzusehen“, sagte sie.

Für eine immerwährende Freundschaft haben sich indessen die Familien Hoffmann und Wetter einen Baum für Freu(n)de gepflanzt. Zu ihrer Hochzeit bekamen dagegen Lars und Jennifer Werner eine hübsche Rotbuche geschenkt. Allerdings glänzte die Hochzeitsgesellschaft bei der schweißtreibenden Pflanzaktion eher durch Abwesenheit.

Niemals geht man so ganz

„Ich kann auch noch was anderes als Beerdigungen“, meinte Pfarrerin Ursula Goldmann augenzwinkernd und pflanzte fröhlich im Kreise ihrer großen Familie eine Linde für ihren Enkelsohn Paul. „Niemals geht man so ganz“, heißt es in einem Schlager und so bekam Margarethe Hackmann als Einstieg in ihre Rente von den Mitarbeitern und vom Vorstand des Tagesmüttervereins eine Flatterulme gewidmet.

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34 neue Bäume für den Jubiläumswald Bergkamen

Pflanzfest im Jubiläumswald in Bergkamen: Mit einer stattlichen Zahl von 34 Nachwuchsbäumen ist am Samstag die 700er-Marke geknackt worden.
02.11.2019
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Pflanzfest im Jubiläumswald Bergkamen: Kathrin Majek und ihre Mitstreiterinnen pflanzen einen Ahorn zum 40jährigen Jubiläum ihrer Gymnastikgemeinschaft.© Stefan Milk
Rebecca Goldmann gießt beim Pflanzfest im Jubiläumswald Bergkamen die Linde, die sie und ihre Mitpatin ihrem Neffen Paul Goldmann (5 Monate) zur Taufe schenkten.© Stefan Milk
Ehemalige Kollegiumsmitglieder der Pestalozzischule pflanzen einen Ahorn im Jubiläumswald Bergkamen.© Stefan Milk Stefan Milk
Andenken im Jubiläumswald: Familie Dietrich setzt einen Ahorn für den verstorbenen Vater und Opa Heinz Dietrich.© Stefan Milk
Gudrun Schiming pflanzt mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Kamener Jugendamt eine Buche, die diese ihr zum 60. Geburtstag schenkten.© Stefan Milk Stefan Milk
Wasser marsch zum Pflanzfest: Über 700 Bäume stehen jetzt im Jubiläumswald Bergkamen.© Stefan Milk
Countrysängerin Kelsey Klamath sorgte beim Pflanzfest im Jubiläumswald für die Begleitmusik.© Stefan Milk
Margarete Hackmann pflanzt die Ulme, die ihr die MItglieder des Kindertagesbetreuungs-Vereins zum Abschied schenkten.© Stefan Milk
Lene (5) hilft kräftig beim Pflanzen der Rotbuche mit, die jetzt Familienbaum der Familie Morch ist.© Stefan Milk
Bereits den siebten Baum pflanzt die Familie Haase-Krause – diesmal für den kleinen Bruno (1).© Stefan Milk
Die ehemalige Klasse 4A der Schillerschule pflanzt mit Klassenlehrerin Sara Murray eine Rotbuche zur Erinnerung an die gemeinsame Grundschulzeit.© Stefan Milk Stefan Milk
Pink zum grünen Blätterkleid: Die Ladybugs sind beim Pflanzfest im Jubiläums aktiv.© Stefan Milk
Lenny Maximilian Teubler pflanzt mit seiner Familie eine Flatterulme.© Stefan Milk

Schüler widmen Klassenlehrerin eine Rotbuche

Tränen der Rührung flossen bei Klassenlehrerin Sara Murray, denn ihr zu Ehren haben alle Schülerinnen und Schüler aus der Abschlussklasse 4a der Schillerschule eine stattliche Rotbuche gepflanzt. In gemütlicher Runde wurden zuvor von allen Kindern die Namen auf kleine Holzscheibchen geschrieben, die nun fröhlich am Baum flattern.

Obwohl die Drachenbootfrauen von den „Ladybugs“ auch in diesem Jahr keinen Baum gepflanzt haben, waren nun alle wieder an ihrer Rotbuche versammelt. „Wir freuen uns jedes Mal riesig, dass es uns noch gibt!“ Denn alle eint das Schicksal, am Brustkrebs erkrankt zu sein. „Zweimal ist uns der Baum schon eingegangen, jetzt versuchen wir es ein drittes Mal“, erzählen gleich daneben Opa Arnim und Enkelin Lene. Und mit „Durchhalten“ hat auch Opa Arnim so seine Erfahrung, hat er doch bereits einen schweren Herzinfarkt überlebt.

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Erinnerungen an die großen Momente im Leben

Neben dem Jubilieren gab es auch so manch traurigen Grund für einen Erinnerungsbaum. So stehen nun die Erinnerungsbäume für die Brüder Karl-Heinz und Klaus Naujokat nebeneinander vereint. In fester Erinnerung bleiben wird für Petra Neumann-Müller ihr verstorbener Ehemann Winni, denn zusammen mit Hündin Luna will sie fortan immer einen Spaziergang zu dessen Erinnerungsbaum unternehmen – wo dann Luna sicherlich die eine oder andere Marke hinterlassen wird.

Und wer sich gewundert hatte, dass sich in diesem Jahr am Halloween-Haus von Melanie und Marco Dietrich an der Werner Straße zwischen Kanal und Lippe nichts dergleichen tat, der erfuhr von den beiden beim Pflanzfest, dass Opa Heinz verstorben ist, dem sie einen Ahorn zum Andenken gepflanzt haben.

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