Für den Wettbewerb „Waves and Fun“ der DLRG Bergamen reist sogar eine Mannschaft aus Baden-Württemberg an. Es gibt ein Element, das den Wettbewerb wahrscheinlich in ganz Deutschland einmalig macht.

Bergkamen

, 08.09.2019, 15:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Badewetter herrscht an diesem Sonntagmorgen eigentlich nicht im Wellenbad in Weddinghofen. Der Himmel ist wolkenverhangen, die Luft hat sich abgekühlt und die Pfützen vom jüngsten Schauer sind noch nicht getrocknet. Trotzdem stürzen sich Kinder und Jugendliche voller Energie in die Wellen und kraulen was das Zeug hält, angefeuert von den Zuschauern am Beckenrand.

Für den DLRG-Wettbewerb in den Wellen kommen die Lebensretter von weither

Am ersten Tag waren die Wettkämpfe noch im ruhigen Sportbecken. © Stefan Milk

180 DLRG-Mitglieder nehmen teil

Dort ruhen sich auch einige im Bademantel aus und trocknen sich die Haare, die ihren Einsatz schon hinter sich haben. Sie gehören zu den rund 180 Teilnehmern am Wettbewerb „Waves and Fun“, den die DLRG-Otsgruppe Bergkamen an diesem Wochenende ausrichtet.

Der Wettbewerb ist etwas ganz besonderes und möglicherweise sogar in ganz Deutschland einmalig, versichert Alexander Hartmann, der technische Leiter der DLRG aus Ertingen, einem 5500-Seelen-Ort im Kreis Biberach zwischen Ulm und Bodensee. Die Mannschaft aus Ertingen hat sich am Samstag schon morgens um 3 Uhr auf den Weg gemacht, denn in Bergkamen gibt es den möglicherweise einzigen DLRG-Wettbewerb in einem Wellenbad.

Für den DLRG-Wettbewerb in den Wellen kommen die Lebensretter von weither

Bei den Wettbewerben traten die Rettungschwimer in unterschiedlichen Altersklassen an. © Stefan Milk

Training für Rettungsaktionen in den Wellen

„Das ist die einzige Möglichkeit, Rettungsaktionen im Meer mit Wellengang zu simulieren, ohne ans Meer zu fahren“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Bergkamen, Maximilian Fülbeck. Die hohen Wellen kommen zudem auf Knopfdruck. Am Meer müssten die Rettungsschwimmer warten, bis der passende Wellengang herrscht.

Für den DLRG-Wettbewerb in den Wellen kommen die Lebensretter von weither

Erinnerungsfotos von den Mannschaften waren selbstverständlich. © Stefan Milk

Anstrengender Wettbewerb in Vierer-Staffeln

Die Wettbewerbe im Wellenbecken sind gleichzeitig auch die wohl anstrengendsten der beiden Wettbewerbstage. Die Teilnehmer müssen sich durch die Wellen kämpfen, um in Vierer-Staffeln die Übung zu absolvieren. Es muss jeweils ein Schwimmer zum anderen Ende des Beckens schwimmen, bevor sein Retter startet und ihn zurückholt - einmal mit einer Boje, an der er sich festhält und einmal mit einem Rettungsgriff.

Die Übungen am Samstag, bei dem eine Puppe im Mittelpunkt steht, sind etwas einfacher. Dafür nutzen die Rettungsschwimmer das 50-Meter-Becken, das ruhiges Wasser bietet.

Für den DLRG-Wettbewerb in den Wellen kommen die Lebensretter von weither

Beim Arschbombenwettbewerb kam es darauf an, das Wasser beim Eintauchen besonders laut und hoch platschen zu lassen. Die Jury schaut interessiert zu. © Stefan Milk

Spaß-Teil mit dem „Arschbombenwettbewerb“

Zu den Wettbewerben, die etwas mit dem Retten von Menschen aus dem Wasser zu tun haben, kommen wie in jedem Jahr eine ganze Reihe von Spaßwettbewerben, die fast alle etwas mit dem Wasser zu tun haben. Es gibt zum Beispiel am Samstagabend einen „Arschbombenwettbewerb“, bei dem die Teilnehmer mit einem möglichst lauten Platschen vom Drei-Meter-Turm springen müssen.

Für den DLRG-Wettbewerb in den Wellen kommen die Lebensretter von weither

Auch im Sportbecken war das Wasser aufgewühlt, wenn auch nur vom Einsatz der Schwimmer. © Stefan Milk

Fußball im Dunkeln

Sportlich geht es auch beim „Knicklichter-Fußballturnier“ zu, das nach Einbruch der Dunkelheit über die Bühne geht. Das Spielfeld, auf dem die Vierer-Mannschaften gegeneinander antreten, ist mit Knicklichtern markiert und auch der Ball leuchtet.

Abschluss der Saison

Am Wochenende dürfen Hunde ins Becken

Die Schwimmer von der DLRG sind die letzten menschlichen Nutzer des Wellenbades, bevor es für diese Saison schließt. Am kommenden Wochenende kommen dann noch einmal vierbeinige Schwimmer. Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) laden am Samstag und Sonntag, 14. und 15. September, jeweils von 10 bis 17 Uhr zum Hundeschwimmen ein. An den beiden Tagen dürfen nur die Tiere ins Wasser. Ihre Besitzer müssen an Land bleiben.
Am Abend gibt es auch ein Fest für die Teilnehmer aus immerhin 13 teilnehmenden Ortsgruppen, die größtenteils aus der weiteren Region kommen, zum Beispiel aus Bochum, Westhofen-Garenfeld, Nordkirchen, Warendorf oder Leichlingen im Rheinland. Die Bergkamener DLRG-Ortsgruppe hat Currywurst-Topf und Gemüsesuppe vorbereitet, ein DJ legt auf.

„Danach haben alle mehr oder weniger lange geschlafen, bis es am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr das Frühstück gab“, berichtet Fülbeck mit einem Lächeln.

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Übernachtung im Zelt auf der Liegewiese

Fast alle Teilnehmer und auch einige der 30 Helfer schlafen in Zelten, die auf der Liegewiese neben den Becken aufgeschlagen sind. Nur einige Bergkamener fahren nach Hause - und die Schwimmer aus Ertingen müssen nicht ins Zelt. Wegen der langen Anreise hätten sie es nicht geschafft, auch noch Zelte au-f und abzubauen, sagt Alexander Hartmann. Deshalb durften sie in den Umkleidekabinen schlafen.

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