Für das Bergbau-Denkmal in der Wasserstadt fließen 1,45 Millionen Euro

dzFörderzusage

Noch weiß niemand, wie genau das zwölf Meter hohe Bauwerk aussehen wird, das in der Wasserstadt an den Bergbau erinnern soll. Zumindest ist klar, dass dafür eine Millionen-Summe fließt.

Bergkamen

, 30.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Nationale Projekte des Städtebaus“ – das klingt doch nach etwas. Und auf der entsprechenden Karte taucht jetzt auch Bergkamen auf. Damit kann sich die Stadt darauf einstellen, dass sie 1,45 Millionen Fördergeld für eine Art Bergbau-Denkmal bekommt, das auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden entstehen soll.

Wie das Bauwerk genau aussehen wird, weiß derzeit noch niemand: Die Stadt will das Geld, das sie vom Bund erhält, unter anderem verwenden, um einen Architekturwettbewerb für die Gestaltung zu veranstalten. Die Architekten sollen keineswegs ein herkömmliches Denkmal entwerfen, das auf einem Sockel steht. Vielmehr geht es darum, Vorschläge für die Hülle für ein technisches Bauwerk zu machen.

Architekten gestalten die Hülle des Hebewerkes

Bekanntlich plant die RAG anstelle des Förderturms, der derzeit noch auf dem Areal am Kanal steht, ein Pumpwerk. Das benötigt sie, um das Grubenwasser an die Oberfläche zu pumpen und in die Lippe zu leiten. Dieses Hebewerk wird rund zwölf Meter hoch.

Das Fördergerüst von Haus Aden in Bergkamen-Oberaden wird dem neuen Hebewerk weichen müssen.

Das Fördergerüst von Haus Aden wird dem neuen Hebewerk weichen müssen. © Marcel Drawe

Und weil es direkt neben der neuen Wasserstadt Aden stehen wird, will die Stadt dort keine profane Industriehalle: Vielmehr sollen die Architekten Vorschläge machen, wie sich die farbige Hülle so gestalten lässt, dass sie einerseits an die Bergkamener Bergbau-Vergangenheit erinnert und andererseits den Strukturwandel symbolisiert – zu dem ja zum Beispiel die Wasserstadt gehört.

Zumindest einen Titel gibt es schon: „Aus der Tiefe in die Höhe – Grubenwasserhebewerk stiftet neue Identität“.

Finanzierung

So viel kostet das Projekt

  • Für den Architekturwettbewerb und den Bau der Hülle für das Hebewerk kalkuliert die Stadt mit Kosten in Höhe von insgesamt rund 2,7 Millionen.
  • Den Großteil davon will sie mit dem Fördergeld in Höhe von 1,45 Millionen Euro finanzieren
  • Der Eigenanteil, der aus der Stadtkasse fließt, liegt bei 723.000 Euro.
  • Die RAG steuert 529.000 Euro bei. Soviel hätte das Unternehmen für eine normale Hülle für seine Hebewerk zahlen müssen.

Den sollen die Teilnehmer des Wettbewerbs mit Inhalt füllen. Wobei sie technische Vorgaben beachten müsse, weil die Hülle ja auch dem Schutz des Hebewerkes dienen soll. Zugleich diktiert der Zeitplan der RAG auch die Planung für den Wettbewerb und seine Umsetzung.

Hebewerk soll 2022 gebaut werden

Wie Christiane Reumke vom städtischen Planungsamt berichtet, will die RAG das Hebewerk im Laufe des Jahres 2022 bauen. Die Denkmal-Hülle könnte dann Ende 2022 oder Anfang 2023 installiert werden. Bis dahin muss natürlich klar sein, wie sie gestaltet ist. Deshalb will die Stadt den Architekten-Wettbewerb bis Mitte nächsten Jahres veranstalten.

Auch der Bergbaugeschichtskreis aus dem Stadtmuseum Bergkamen soll ein Mitglied der Jury für den Architektur-Wettbewerb stellen.

Auch der Bergbaugeschichtskreis aus dem Stadtmuseum soll ein Mitglied der Jury für den Architektur-Wettbewerb stellen. © Stefan Milk

Das ist ein ziemlich ambitioniertes Ziel. Bisher ist noch nicht klar, ob es einen offenen Wettbewerb gibt oder ganz gezielt bestimmte Architekturbüros angesprochen werden sollen. Auch die Zusammensetzung der Jury steht noch nicht fest. Dass die Stadt und die RAG Vertreter entsenden und externe Fachleute berufen, liegt auf der Hand. Bürgermeister Roland Schäfer hatte zudem in Aussicht gestellt, dass der Bergbaugeschichtskreis ein Jury-Mitglied stellen darf. Die ehemaligen Bergleute machen sich für den Erhalt des Fördergerüstes von Haus Aden stark.

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Die konkrete Förderzusage gibt es wohl erst im Jahr 2021

Die Planungen für den Wettbewerb könnten außerdem mit den Bedingungen der Förderung kollidieren, wie Reumke erläutert. Denn obwohl Bergkamen der Zuschlag als „Nationales Projekt des Städtebaus“ und damit auch die Förderung bereits sicher ist, muss die Stadt noch einen Antrag bei der Bezirksregierung Arnsberg stellen. Die Frist dafür endet am 30. September.

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Die endgültige Zusage wird deshalb wohl erst im nächsten Jahr im Rathaus eintreffen, vermutet Reumke. Sie hofft deshalb, zumindest einen Teil der 1,45 Millionen schon mal vorab für den Wettbewerb ausgeben zu dürfen: „Das sind Planungskosten.“

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