Für das Bergbau-Denkmal hofft die Stadt auf Geld vom Bund und auf die RAG

dzZechengelände Haus Aden

Das Schicksal des Fördergerüstes von Haus Aden ist besiegelt. Die Stadt will die Bergbau-Erinnerung nicht ganz verblassen lassen. Die Chancen, dass der Bund Geld gibt, stehen nicht schlecht.

Bergkamen

, 07.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Entscheidung, ob die Erinnerung an den Bergkamener Bergbau ein „Nationales Projekt des Städtebau“ wird, lässt nicht allzu lange auf sich warten: „Sie wird bis zum Juni fallen“, sagt Christiane Reumke vom städtischen Planungsamt. Dann erfährt sie, ob Fördermittel für ein Bauvorhaben auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden fließen.

Die geplante Erinnerung an den Bergbau wird in unmittelbarer Nachbarschaft der Wasserstadt Aden in Bergkamen stehen.

Die geplante Erinnerung an den Bergbau wird in unmittelbarer Nachbarschaft der Wasserstadt Aden stehen. © Marcel Drawe

Dort will die RAG bekanntlich das ehemalige Fördergerüst abreißen und durch ein etwa zwölf Meter hohes Maschinenhaus ersetzen. Das benötigt sie, um das Grubenwasser zu regulieren. Weil die Anlage direkt neben der geplanten Wasserstadt Aden entsteht, legt die Stadt Wert auf eine architektonische Gestaltung, die auch an die Bergbau-Vergangenheit des Standorts erinnert.

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Architekten-Wettbewerb für das Bergbau-Denkmal geplant

Die Kosten dafür veranschlagt die Stadt mit rund zwei Millionen Euro, außerdem will sie einen Architekturwettbewerb für die Gestaltung ausschreiben. Finanziert werden soll das Ganze mit den Fördermitteln aus dem Nationalen Städtebau-Projekt - wenn sie denn fließen.

Vorbild Castrop-Rauxel: Diese "Emschersprung" genannte Brücke wird als Projekt des Nationalen Projekt des Städtebaus gefördert.

Vorbild Castrop-Rauxel: Diese „Emschersprung“ genannte Brücke wird als Projekt des Nationalen Projekt des Städtebaus gefördert. © Weckenbrock, Tobias

Reumke ist aber durchaus optimistisch, dass Bergkamen den Zuschlag erhält. Immerhin habe die Stadt die Zusage des Landes, die Bergkamener Bewerbung für das Bundesprogramm zu unterstützen. Außerdem falle das geplante Bergbau-Denkmal ein wenig aus der Reihe, wenn man es mit anderen geförderten Projekten vergleicht: „Da geht es oft um Museumsbauten und ähnliches.“ Auch das erhöhe die Chancen. Das letzte in der Region geförderte Vorhaben war laut Reumke eine Brücke über das Wasserstraßenkreuz Emscher und Rhein-Herne-Kanal in Castrop-Rauxel.

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Die RAG unterstützt die Pläne für ein Bergbau-Denkmal

Wichtig ist außerdem, das die RAG den Plan der Stadt ausdrücklich unterstützt. Die Kostenrechnung des Rathauses sieht eine Beteiligung des Bergbauunternehmens in Höhe von knapp 530.000 Euro vor. Den Bau des neuen Maschinenhauses muss die RAG ja in jedem Fall bezahlen.

Der gute Draht zur RAG-Zentrale in Essen könnte aber auch von Nutzen sein, falls das Bergbau-Denkmal auf Haus Aden doch kein „Nationales Projekt des Städtebaus“ wird. Denn selbst, wenn keine Fördermittel vom Bund fließen, hält die Stadt an ihren Gestaltungsplänen fest, sagt Reumke.

Womöglich in etwas abgespeckter Form und ohne Architektenwettbewerb. Einen reinen Funktionsbau in direkte Nachbarschaft zur Wasserstadt kann sich die Planerin jedenfalls nicht vorstellen: „Das soll ja nicht aussehen wie ein Gewerbegebiet.“

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