Freundinnen nähen 1.500 Corona-Schutzmasken und spenden an Kinderheilstätte

dzGute Tat

Eigentlich sollte es eine kurze Aktion für das Altenheim werden. Jetzt aber haben Sandra Rolleczek und Christa Blank so viele Corona-Schutzmasken genäht, dass sie 2.000 Euro spenden.

Bergkamen, Unna

, 20.05.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da konnte Sandra Rolleczek einfach nicht Nein sagen. Ihre Freundin Christa Blank aus Unna-Königsborn fragte vor gut eineinhalb Monaten an, ob die Bergkamenerin beim Nähen von Corona-Schutzmasken behilflich sein könne. „Die befreundete Chefin der Cordian-Hausgemeinschaft für Senioren aus Dortmund-Bövinghausen hatte vorsichtig angefragt, weil in Sachen Mundschutz ein akuter Mangel in ihrem Seniorenheim herrschte“, erklärte Christa Blank.

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Für Sandra Rolleczek wiederum war das kein Thema. „Wir haben uns hingesetzt und Reststoffe vernäht, die ich übrig hatte. Wenn Not ist, dann helfe ich doch gerne“, stimmte die 34-jährige Mutter aus Bergkamen gleich zu und so machten sich beide ans Werk. Kurze Zeit später überreichten beide die 150 gewünschten Masken an das Senioren-Heim – kostenfrei natürlich.

Auch Freunde und Bekannte wollten Schutzmasken

Jetzt aber kamen immer mehr Freunde und Bekannte auf die beiden zu, die auch gerne jeweils Schutzmasken wünschten. „Da haben wir uns dann wieder hingesetzt und genäht. Der Stoff wurde uns sogar zur Verfügung gestellt. Wir haben hingegen immer eine kleine Spende genommen“, so Rolleczek.

„Besonders schwer war es, in der heißen Corona-Phase das Gummiband zu bekommen.“
Christa Blank

Schließlich ging der Stoff aus, sodass die Mundschutz-Näherin investieren mussten. „Wir haben am Ende den Stoff gekauft, nachdem wir unseren Freundeskreis bereits abgegrast hatten“, erklärt die 46-Jährige Christa Blank die Situation. „Besonders schwer war es, in der heißen Corona-Phase das Gummiband zu bekommen.“ Die frisch gebackene Kauffrau für Büroorganisation hatte aber eine Lösung - und am Ende weitere Meter Gummiband zu vernähen.

Anzahl der Spender für die Kinderheilstätte nimmt ab

Und das hat sich gelohnt: Sandra Rolleczek und Christa Blank werden jetzt 2.000 Euro an die Kinderheilstätte Nordkirchen überreichen. „Die haben das Geld bitter nötig, da mit Corona auch die Zahl der Spenden zurückgegangen ist“, weiß die Bergkamenerin.

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Und beide gehen noch einen Schritt weiter. Sie überlegen, ob sie nicht die Patenschaft für ein Kind der Kinderheilstätte übernehmen, dem die persönliche Förderung zugute kommt. Die Nähmaschinen werden dafür aber nicht nochmals angeworfen, um Spenden einzunehmen. Christa Blank ist mittlerweile schon ein wenig erschöpft vom Maskennähen. „Jetzt rückt erst einmal wieder die Familien in den Mittelpunkt. Die ist zuletzt etwas zu kurz gekommen“, findet sie.

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