Freude über die Rodungsarbeiten für die L 821n

dzStraßenbefürworter melden sich

Die Rodungsarbeiten offenbaren wie gepalten die Haltung in Bergkamen zur L 821n ist. Jetzt melden sich die Befürworter zu Wort - und freuen sich.

Bergkamen

, 01.03.2019, 16:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den vergangenen Tagen haben die Gegner der L 821n mit ihren Protestaktionen gegen die Rodung die Diskussion beherrscht. Jetzt melden sich die Befürworter der Straße - und die haben eine ganz andere Haltung zu den Rodungsarbeiten.

Offenbar hatten sie die Sorge, dass die Diskussion um Hochwasserschutz und der Appell des Stadtrats, die Arbeiten vorerst zu stoppen, zu Verzögerungen führen könnten. „Endlich wurde mit der durchgeführten Rodung der Baustart für den Spätsommer 2019 sichergestellt“, äußert sich Thomas Schauerte, der Sprecher der Initiative „L 821n - jetzt!“. Er macht in seiner Stellungnahme deutlich, dass sich vor allem die Anwohner der Ortsdurchfahrt Weddinghofen Hoffnungen machen, dass die jahrzehntelange Verkehrsbelastung gemindert wird.

Angst vor weiter steigender Belastung

Er weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die Verkehrsbelastung eher noch steigen werde. Nach Prognosen des Bundesverkehrsministeriums werde der Pkw-Verkehr bundesweit bis 2030 um weitere 39 Prozent steigen und der Lkw-Verkehr um zehn Prozent. Die Befürworter gehen davon aus, dass die Steigerung an einem „Industrie- und Logistikstandort“ wie Bergkamen noch größer sei. Die Befürworter sehen sich jetzt schon übermäßig belastet. Sie gehen davon aus, das mehr als 300 Lkw und über 10.000 Pkw die Schulstraße täglich passieren.

Freude über die Rodungsarbeiten für die L 821n

Die Straßengegner hatten am Freitag neue Baumsetzlinge auf der Trasse neben den gefällten Bäumen gepflanzt - versehen mit schwarzem Klebeband als Trauerflor. © Stefan Milk

Befürworter sehen keine Belastung durch die L 821n

Nach Meinung der Befürworter entsteht durch die L 821n keine zusätzliche Lärmbelastung. An der Schulstraße stünden die Häuser zum Teil nur wenige Meter von der Fahrbahn entfernt - bei der L 821n werden ein Abstand von mindestens 50 Metern zur Wohnbebauung eingehalten.

Schauerte weist in seiner Stellungnahme auch den Vorwurf der Straßengegner zurück, der CDU und Landesverkehrsminister Hendrik Wüst gehe es darum, den Bau der Straße durchzudrücken und damit Macht zu demonstrieren. Die entgültige Entscheidung, die Straße zu bauen, habe der NRW-Landtag im Dezember 2027 getroffen, argumentieren die Straßen-Befürworter.

Hoffnung auf Herabstufung der Ortsdurchfahrt

Sie verknüpfen mit der neuen Straße die Hoffnung, dass die Ortsdurchfahrt Weddinghofen nach dem Bau der L 821n zur Kreis- oder Gemeindestraße zurückgestuft wird. Nur dann wären verkehrslenkende Maßnahmen wie Lkw-Durchfahrtverbote und Tempo 30 möglich. Dem allerdings widerspricht die jüngste Pressemitteilung von Straßen.NRW vom Donnerstag. Darin ist erneut nur von einer Entlastung der Jahnstraße in Oberaden die Rede. Eine mögliche Herabstufung der Ortsdurchfahrt Weddinghofen wird mit keinem Wort erwähnt. Bisher war Straßen.NRW immer der Meinung, dass sie Landesstraße bleiben soll, damit keine Lücke im Landesstraßennetz entsteht.

Vorwurf zu Fledermäusen noch ungeklärt

Der Vorwurf der Straßengegner, dass Straßen.NRW bei den Rodungsarbeiten Auflagen missachtet hat, bleibt weiter ungeklärt. Dabei geht es um die Fledermäuse, die möglicherweise in den Bäumen leben. Nach Angaben der Gegner hätte Straßen.NRW die Bäume auf Bruthöhlen untersuchen und leere Höhlen versiegeln müssen, damit nicht doch noch Tiere einziehen. Die Untere Landschaftsbehörde beim Kreis Unna erklärte sich für unzuständig, weil es sich um eine Maßnahme des Landes handelt. Die Pressestelle der Bezirksregierung in Arnsberg konnte die Frage noch nicht klären. Arnsberg ist Karnevalshochburg. Eine Antwort soll es am kommenden Dienstag geben. Am Rosenmontag ist die Behörde geschlossen.

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