Freie Fahrt zur Marina: Die Stadt plant neue Radwege um Privatgelände herum

dzMarina Rünthe

Es soll neue Wege für Radler am Kanal entlang zur Marina geben. Das Tor zum Gelände eines Fitnessstudios ist zwar zurzeit offen – das ist der Stadt aber nicht verlässlich genug.

Bergkamen

, 26.02.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer mit dem Fahrrad am Kanal von Oberaden zur Marina radelt, dem steht der Weg offen: Der Betreiber des Fitness-Studios an der Marina hat das Tor zu seinem Grundstück schon vor einiger Zeit wieder geöffnet. Im vergangenen Jahr hatte er es aus Verärgerung abgeschlossen. Vor allem Radler, die ich nicht auskannten, standen nur wenige Meter vor der Marina buchstäblich vor verschlossenem Tor und wussten nicht, welchen Weg sie nehmen mussten.

Keine Vereinbarung mit dem Grundstückseigentümer

Schon damals hatte Bürgermeister Roland Schäfer über einen neuen Weg direkt am Kanal entlang nachgedacht. Die Pläne hatte die Stadt aber im vergangenen Herbst ad acta gelegt. Nicht für lange, wie sich jetzt herausstellt: Sie verfolgt den Plan wieder und will sogar noch eine zweite Umfahrung um das Privatgelände ausbauen.

Der Grund dafür: Nach Angaben von Dezernent Marc Alexander Ulrich gibt es keine schriftlich fixierte Vereinbarung über ein Wegerecht mit dem Fitnessstudio-Betreiber. Er könnte das Tor jederzeit wieder schließen. In einem Fall hat er das laut Ulrich auch schon angekündigt: Zum Hafenfest soll das vor nach Informationen der Stadt geschlossen bleiben. Das ist das gute Recht des Betreibers, denn schließlich handelt es sich um sein Privatgrundstück.

Radler standen im vergangenen Jahr vor dem verschlossenen Tor. Jetzt ist es zwar auf, es gibt aber keine Vereinbarung über ein Wegerecht mit dem Grundstückseigentümer. Er kann das Tor jederzeit wieder schließen.

Radler standen im vergangenen Jahr vor dem verschlossenen Tor. Jetzt ist es zwar auf, es gibt aber keine Vereinbarung über ein Wegerecht mit dem Grundstückseigentümer. Er kann das Tor jederzeit wieder schließen. © Marcel Drawe (Archiv)

Betriebsweg soll zum Radweg werden

Die Stadt hat deshalb Gespräche mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt aufgenommen. Die Bundesbehörde ist Eigentümerin eines Betriebsweges, der am Kanal entlang um das Gelände des Fitness-Studios herum zur Marina-Promenade führt. Die Stadt möchte den eher holprigen Weg zu einem richtigen Radweg ausbauen. Die Chancen dafür stehen nach Ulrichs Einschätzungen gut: „Die Gespräche mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt verlaufen bisher gut und einvernehmlich“, sagt Ulrich.

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Zu dem Weg am Kanal soll es noch eine Alternative geben. Die Stadt hat auch Kontakt mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) aufgenommen, um den Weg durchs Naturschutzgebiet Beversee besser für Radler auszubauen. „Dann haben wir sogar zwei attraktive Radrouten statt den Weg über den Parkplatz“, sagt Ulrich.

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Der Streit mit dem Betreiber des Studios war unter anderem darüber entbrannt, wer den Müll entsorgt, den Passanten auf dem Parkplatz hinterlassen hatten. Aus Ärger hatte der Betreiber das Tor vor dem Hafenfest abgeschlossen.

Radler hatten damals vor dem verschlossenen Tor gestanden und sich gefragt, welchen Weg sie nehmen sollten. Eine Ausschilderung für eine Umleitung gab es nicht.

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