Frauen und Technik: „Wir nennen es Handy, weil das zärtlicher klingt“

dzInternationaler Frauentag

Kabarettistin Anka Zink hinterfragt beim Internationalen Frauentag in Bergkamen bissig die Rollen von Frau und Mann in der Gesellschaft. Ihr Appell: Mädchen sollen in Wissenschaft und Technik gefördert werden.

von Sebastian Pähler

Bergkamen

, 08.03.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein großes, überwiegend weibliches Publikum kam am Sonntag im „Treffpunkt“ in der Lessingstraße in Bergkamen zusammen, um den Internationalen Frauentag zu begehen und Kabarettistin Anka Zink mit ihrem Solo-Programm „2020 ist ein Schaltjahr“ zu erleben.

Gleich, aber...

„Die rechtliche Gleichstellung der Frauen ist vollzogen“, stellte Roland Schäfer (SPD) bei seiner Begrüßung zum Internationalen Frauentag fest. Aber eben nur die rechtliche. Ob es um die Gleichbehandlung bei Gehalt und Lohn geht oder um die Frage, wie Frauen in Spitzenpositionen vertreten sind: „Da ist noch viel zu tun“, so der Bergkamener Bürgermeister.

Um dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, stand die diesjährige Matinee zum Frauentag unter der Überschrift „Für die Zukunft – Frauen an die Schaltstellen“.

Für Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper ist die Chancengleichheit der Geschlechter nicht nur moralisch unumgänglich, sondern auch ein wichtiger Entwicklungsschritt. Angesichts komplexer und globaler Herausforderungen werden ihrer Ansicht nach in Zukunft Werte wie Mitgefühl für Mensch und Umwelt immer entscheidendere Faktoren für die Wirtschaft.

Menschliche Computer

Was Frauen daran hindert, die Schaltstellen der Macht zu erreichen und warum sie dort hingehören, analysierte Kabarettistin Anka Zink scharfzüngig wie bissig in ihrem Programm „2020 ist ein Schaltjahr“. Dabei spielte sie mit Klischees und Vorurteilen und jeder Menge Selbstironie.

So schilderte sie etwa ihre Schwierigkeiten mit dem „digitalen Endgerät“, wie es oft heißt. „Wir nennen es Handy, weil das zärtlicher klingt.“ Überhaupt sei es ihr ganz lieb, wenn jemand sich um die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik kümmere. „MINT heißt das“, stellte sie fest, „und wir Frauen machen da nicht mit“. Gefolgt von einem anklagenden „Warum nicht“? Dann erinnerte sie daran, dass der Begriff Computer im Zweiten Weltkrieg in Amerika nicht Maschinen, sondern Frauen gemeint habe, die komplexe Berechnungen fürs Militär durchführten. „Du musst das Niveau immer halten, du darfst keinen Fehler machen und kriegst keine Anerkennung, ein perfekter Job für Frauen.“ Schließlich appellierte sie an die Anwesenden, Mädchen zu fördern, die ein Interesse an Wissenschaft und Technik haben.

Mit einem Quiz zum Thema Gleichberechtigung und gleiche Bezahlung und einem gemeinsamen Essen endete das Programm des Frauentagsteams schließlich gesellig.

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