Frau schlägt Kind - und zeigt sich vor Gericht völlig uneinsichtig

dzJustiz

Kinder schlägt man nicht. Diese Lektion musste jetzt eine 21-Jährige vor Gericht lernen. Ob sie sie allerdings trotz Verurteilung gelernt hat, darf bezweifelt werden.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 28.10.2019, 17:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die neugierigen Blicke eines Jungen reichten für eine Bergkamenerin offenbar, um den Siebenjährigen zu packen und zu schlagen. Vor dem Amtsgericht Unna schilderte die 21-Jährige nun eine andere Version. Erfolglos.

Der Zwischenfall ereignete sich am 1. Juli im Bereich des Spielplatzes an der Fritz-Husemann-Straße. Bei einer zufälligen Begegnung gerieten die junge Frau und der Nachbarsjunge augenscheinlich aneinander. Sie packte das Kind daraufhin am Hals und schlug es mit der flachen Hand in das Gesicht.

Anklage lautet auf vorsätzliche Körperverletzung

Wegen vorsätzlicher Körperverletzung musste sich die Bergkamenerin nun verantworten. Doch sie wähnte sich im Recht – und das bis zum bitteren Ende. „Das stimmte nicht“, kommentierte sie die Anklageschrift und fügte hinzu: „Ich habe ihn mit der Hand geschubst, weil er mich beleidigt hat.“

Auch habe er sie mit Steinchen beworfen. „Wehren darf man sich ja“, erklärte die 21-Jährige im Brustton der Überzeugung und wollte auch nicht einsehen, dass schon das eingeräumte Schubsen den Tatbestand einer Körperverletzung erfüllte. Ganz davon abgesehen, dass sie die Steinchen geworfen haben soll.

Generell präsentierte sie sich uneinsichtig, redete permanent dazwischen und bezeichnete den Jungen, seine beiden Freundinnen und die Eltern als Lügner.

Belastende Aussage der Kinder

Selbst die belastenden Aussagen der Kinder, die die Vertreterin der Anklage und der Richter schließlich als glaubhaft werteten, konnten sie nicht beeindrucken. „Ich habe ihn nicht geschlagen“, betonte die Bergkamenerin, sprach noch einmal von Lügen und schloss mit dem Satz: „Ich weiß, dass ich nichts gemacht habe und fertig.“

Überzeugen konnte sie damit nicht, vielmehr wurde die 21-Jährige zu drei Monaten Haft auf Bewährung und 40 Sozialstunden verurteilt. In der Begründung redete der Richter Tacheles: „Ich weiß nicht, ob das irgendwann in Sie reingeht, dass man einen Siebenjährigen nicht anfasst – egal, was er macht.“

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