Fraktionschef Heinzel hält die CDU-Neujahrsrede, sagt aber nichts zur Bürgermeisterkandidatur

dzCDU-Neujahrsempfang

Dass Fraktionschef Thomas Heinzel die CDU-Neujahrsrede hält, lässt sich als Fingerzeig zur Bürgermeisterwahl deuten. Sonderlich wahlkämpferisch tritt der mutmaßliche Kandidat aber nicht auf.

Bergkamen

, 19.01.2020, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Wort „ich“ kommt in der Rede erstaunlich selten vor, die der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Thomas Heinzel am Sonntag beim Neujahrsempfang seiner Partei hält. Wenn Heinzel politische Forderungen erhebt oder Erfolge beansprucht, dann spricht er von der „CDU in Bergkamen“ oder benutzt die erste Person Plural: „Wir“. Vielleicht will Heinzel auf diese Weise den Eindruck vermeiden, hier rede der angehende Bürgermeisterkandidat der CDU.

CDU will Kandidaten frühestens im Februar Nennen.

Denn mit den Parteifreunden in den anderen Kommunen im Kreisverband Unna haben sich die Bergkamener darauf geeinigt, Namen frühestens Ende Februar zu nennen: „Die Partei gibt den Zeitplan vor, an den werden wir uns halten“, sagt Heinzel. Wobei es natürlich schon ein deutliches Signal ist, wenn sich die CDU Bergkamen für die erste wichtige Veranstaltung in einem Wahlkampfjahr keinen Gastredner einlädt, sondern der Fraktionsvorsitzende die Neujahrsrede hält. Und es sei auch innerhalb der Partei schnell klar gewesen, dass ihm diese Aufgabe zufällt, sagt Heinzel.

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Den Eindruck, dass er das Rathaus im Sturm erobern will, bekommen die CDU-Gäste im Foyer des Fakt-Campus allerdings nicht. Nicht einmal Zuhörer, die Heinzel sehr gewogen sind, würden seine Rede als gesteigert kämpferisch bezeichnen.

Fraktionschef Heinzel hält die CDU-Neujahrsrede, sagt aber nichts zur Bürgermeisterkandidatur

Die CDU richtete ihren Neujahrsempfang erstmals im Fakt-Campus aus. © Marcel Drawe

Selbst, als er auf die offenen Flanken der Stadtverwaltung zu sprechen kommt - etwa den massiven Mangel bei den Kindergartenplätzen oder das Vor-sich-hin-Dümpeln des PueD-Projektes direkt neben dem Ort des Neujahrsempfangs - schaltet Heinzel nicht wirklich in den Wahlkampfmodus.

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Neujahrsempfang der CDU Bergkamen

19.01.2020
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Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe
Neujahrsempfang CDU Bergkamen© Marcel Drawe

Die CDU will Schrottimmobilien kaufen

Inhaltlich hat er wenig Neues zu bieten. Dass die CDU die Beteiligung Bergkamens an der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2027 für Geldverschwendung hält, wusste man schon. Dass sie von der Stadt fordert, Geld für den Kauf von Schrottimmobilien und verwahrlosten Grundstücken zur Verfügung zu stellen, ebenfalls. Beim Thema altersgerechtes Wohnen geht Heinzel aber doch auf einen milden Konfliktkurs.

Fraktionschef Heinzel hält die CDU-Neujahrsrede, sagt aber nichts zur Bürgermeisterkandidatur

Stadtverbandschef Marco Morten Pufke widmete sich in seinem Jahresrückblick überwiegend überregionalen Themen. © Marcel Drawe

Er kritisiert, dass das UKBS-Projekt auf einer Grünfläche am Kiwitt wegen des Protestes der Anwohner vorerst auf Eis liegt. Es sei ja richtig, zwischen sinnvollen Projekten und den Interessen der Bürger abzuwägen: „Aber irgendwann muss eine Entscheidung getroffen werden.“

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Die erhofft sich die CDU auch in der Frage, wo in Bergkamen dringend benötigte neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden sollen. Heinzel kündigt für die nächste Ratssitzung einen Antrag an, noch einmal das Gebiet an der Lünener Straße gegenüber der A2-Auffahrt in die Planungen miteinzubeziehen. Der Regionalverband Ruhr (RVR) hatte der Stadt zwar die Genehmigung für ein Gewerbegebiet an dieser Stelle verweigert. Aber womöglich werden in dieser Hinsicht die Karten ja neu gemischt.

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Diese Hoffnung hegt der Stadtverbandsvorsitzende Marco Morten Pufke: Er erinnert in seinem Jahresrückblick daran, dass das Ruhrparlament des RVR Ende vergangenen Jahres den Planungsdezernenten Martin Tönnes abgesetzt hat. Auch sonst blickt Pufke mehr auf Überregionales und überlässt die Bergkamener Themen seinem Fraktionsvorsitzenden.

Das kann man ebenfalls als Indiz für dessen Kandidatur interpretieren Eine Bestätigung dafür gibt es allerdings auch von Pufke nicht. Nur das Versprechen, dass die CDU sowohl für die Bürgermeister- als auch für die Landratswahl „vorzeigbare Personalvorschläge“ machen werde.

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