Weil bei Bauarbeiten in Kabelstrang beschädigt worden ist, haben einige Vodafone-Kunden in Dortmund kein Internet. © picture alliance/dpa
Breitband-Versorgung

Fortschritt beim Bau des Glasfasernetzes lässt sich online verfolgen

Bergkamener und Kamener, die schnelles Internet wollen, können den Fortschritt bei der Breitbandversorgung jetzt online verfolgen. Zunächst werden sie aber mit einer kleinen Enttäuschung konfrontiert.

Wer auf der neuen Homepage des Breitbandbetriebs Bergkamen (BBB) seine Adresse eingibt, bekommt noch eine enttäuschende Auskunft. Rot unterlegt erscheint der Hinweis: „An dieser Adresse ist noch kein Breitband verfügbar“. Das ist nicht verwunderlich, denn in den meisten Bereichen von Bergkamen, Kamen und Bönen – wo der BBB federführend den Breitbandausbau vorantreibt – sind noch gar keine Glasfaserkabel verlegt.

Der BBB will die Kabel, die eine Surfgeschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde ermöglichen, in den kommenden Jahren erst verlegen lassen – jedoch nicht überall. Mithilfe von mehreren Förderprogrammen soll das schnelle Internet die sogenannten „weißen Flecken“ mit einer besonders schlechten Internet-Verbindung (weniger als 30 Mbit pro Sekunde Download), die Schulen und die Gewerbegebiete in den drei Kommunen mit Glasfaserkabeln erschließen.

Schnelles Netz, damit das Bild bei der Videokonferenz nicht ruckelt

Das schnelle Internet dürfte vor allem für alle interessant sein, die zuhause arbeiten ob im Homeoffice oder beim Homeschooling. Wenn dann die Daten nur langsam übertragen werden und Bild und Ton bei der Videokonferenz ruckeln, ist das ärgerlich. Für alle, die sich dafür interessieren, in einigen Jahren eine Breitbandverbindung zu haben, lohnt es sich aber auf die „Projektbausteine“ weiterzuklicken.

Interessenten können ihre Adresse eingeben und nachschauen, ob ein Anschluss ans Glasfasernetz möglich ist. Zurzeit ist die Auskunft noch enttäuschend, weil es das Netz noch nicht gibt. © BBB © BBB

Bei den „weißen Flecken“ erfährt der Interessent zum Beispiel, wo die sich eigentlich befinden. Dabei stellt er auf der Karte, die dazugehört fest, dass es sich dabei nicht nur um die ländlichen Außenbereiche wie den Süden von Overberge, Teile von Heil oder in Kamen von Rottum oder Derne handelt. Einige weiße Flecken liegen auch relativ zentral: In Bergkamen gehören zum Beispiel Bereiche an der Hansemann- oder der Bambergstraße in Bergkamen-Mitte dazu, an der Jahnstraße und der Lünener Straße in Oberaden. In Kamen befindet sich ein weißer Fleck an der Lindenallee in Methler.

Benachbarte Bereiche können mit angeschlossen werden

Da auch die Gewerbegebiete und die Schulen mit Glasfaserkabeln erschlossen werden ist ein relativ dichtes Glasfasernetz die Folge. „Das macht es wesentlich einfacher, auch benachbarte Bereiche anzuschließen“, sagt der Bergkamener Kämmerer Marc Alexander Ulrich, der Geschäftsführer des BBB ist. Das Glasfasernetz soll, wenn es fertig ist, vom kommunalen Telekommunikationsunternehmen Helinet aus Hamm betrieben werden. Wenn das Glasfaserkabel in der Nähe liegt, kann es für das Unternehmen auch schon rentabel sein, auch nur zwei oder drei Interessenten in der nächsten Nebenstraße mit anzuschließen – für die allein das Unternehmen sonst kein Glasfaserkabel verlegen würde.

Auf einer Karte ist zu sehen, wo es weiße Flecken gibt, die per Glasfaserkabel angeschlossen werden. Sie sind so verteilt, dass viele andere Bereiche mit erschlossen werden können. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Sobald die Feinplanung für das Kabelnetz fertig ist, soll sie auch auf der Homepage zu sehen sein. Ulrich rechnet damit, dass der Auftrag im Juni vergeben werden kann und dass die Feinplanung etwa Mitte 2022 vorliegt. Das Netz soll wahrscheinlich 2024 fertig sein. Die Gewerbegebiete sind zum Teil schon 2022 an der Reihe.

Ab dann könnte es sich also lohnen, noch einmal genauer auf der BBB-Homepage nachzuschauen, ob ein Breitband-Anschluss für die eigene Adresse in Sicht ist.

Ulrich wirbt auch dafür, weil der Glasfaseranschluss symmetrisch ist. Das heißt: Up- und Downloadraten sind gleich hoch. Das ist bisher bei Internet-Anschlüssen oft nicht der Fall.

Der BBB preist die neue Homepage übrigens als besonders benutzerfreundliche an. Sie ist responsiv. Das heißt: Das Layout passt sich der Größe des Bildschirms an und soll auf dem Smartphone genau so leicht zu lesen sein wie auf dem großen Desktop-Bildschirm.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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