Der letzte Förderturm in Oberaden hat nur noch eine Gnadenfrist

dzBergbau

Oberaden behält noch auf jeden Fall bis Ende des Jahres sein Wahrzeichen, den Förderturm auf der ehemaligen Zeche Haus Aden. Dann allerdings kommt der Zeitpunkt, an dem er abgerissen wird.

Bergkamen

, 29.01.2020, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis vor einigen Monaten war die RAG noch auf den Förderturm über dem Schacht Haus Aden 2 angewiesen. Er war einer der wenigen Schächte im Ruhrgebiet, in den trotz des Bergbau-Endes noch RAG Mitarbeiter einfahren mussten. Nicht, um Kohlen abzubauen, sondern um die Pumpen für die zentrale Wasserhaltung, die unter Tage installiert waren, zu warten und zu reparieren.

Seit die RAG die Erlaubnis bekommen hat, den Grubenwasserspiegel von unter 1000 Metern Tiefe auf etwa 600 Meter unter der Erdoberfläche ansteigen zu lassen, benötigt sie die fest installierten Pumpen nicht mehr. In diesem Bereich kann die RAG Tauchpumpen einsetzen, die zur Wartung und für die Reparatur nach oben gezogen werden können. Seilfahrt und damit auch der Förderturm sind nicht mehr erforderlich.

RAG: Abriss des Förderturms ist unumgänglich

Nach Angaben der RAG ist dann der Abriss des Förderturms früher oder später unumgänglich. Das Unternehmen sei nach dem Bundesberggesetz verpflichtet, Betriebsteile, die nicht mehr benötigt werden, zurückzubauen.

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Ausnahmen gibt es beispielsweise nur dann, wenn der Förderturm unter Denkmalschutz steht. Das trifft in Bergkamen aber nur auf den Förderturm über dem Schacht Grimberg 2 in Bergkamen-Mitte zu. Der ist zwar erheblich neuer als das Oberadener Schachtgerüst, aber mit seinen drei Seilscheiben (Förderrädern) bundesweit technisch einmalig. Fördertürme wie in Oberaden gab es im Ruhrgebiet jedoch eine ganze Reihe ähnliche.

Bei den Plänen, das Schachtgerüst abzureißen, dürften auch die hohen Unterhaltungskosten eine Rolle spielen. Sie sind so hoch, dass eine Übernahme von privater Seite nur schwer vorstellbar ist.

Die Zeche Haus Aden kurz nach der Stilllegung. Noch vor etwa 15 Jahren dominierte sie das Bild des Ortsteils. Mittlerweile steht nur noch der linke Förderturm – und auch er soll abgerissen werden.

Die Zeche Haus Aden kurz nach der Stilllegung. Noch vor etwa 15 Jahren dominierte sie das Bild des Ortsteils. Mittlerweile steht nur noch der linke Förderturm – und auch er soll abgerissen werden. © Milk (Archiv)

Fördergerüst bleibt stehen, bis der Schacht verfüllt ist

Der Turm wird allerdings noch nicht abgerissen, so lange der Schacht noch verfüllt wird. Ein RAG-Sprecher ging davon aus, dass die Verfüllung noch bis zum vierten Quartal dieses Jahres dauert. Sie ist deutlich schwieriger als am Schacht Grimberg 2, der bereits verfüllt ist. Dort hatte die RAG den Beton im sogenannten „freien Versturz“ in den Schacht eingebracht.

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Auf Haus Aden wird der Beton mithilfe von Pumpen und Rohrleitungen in den Schacht eingebracht, weil der Platz für die Hüllrohre frei bleiben muss. Durch diese Hüllrohre werden die Tauchpumpen nach unten gelassen. Bisher ist nach Angaben der RAG auch erst ein kleiner Teil des Schachtes verfüllt: etwa 50 von insgesamt 600 Metern.

Das Grubenwasser wird in die Lippe gepumpt, damit es nicht weiter ansteigt.

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