Fördergerüst Haus Aden: Jetzt kommt es auf das Urteil der Ingenieure an

dzBergbau-Geschichte

Noch ist nicht sicher, ob der Wunsch des Bergbau-Geschichtskreises in Erfüllung geht und das Fördergerüst Haus Aden erhalten bleibt. Aber nun prüfen Fachleute, was machbar und bezahlbar ist.

Bergkamen

, 17.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über die Zukunft des Fördergerüstes von Haus Aden müssen nun Ingenieure entscheiden. Zumindest sollen sie die Fragen beantworten, ob eine Versetzung des Förderturms auf dem ehemaligen Zechengelände möglich ist und was das kostet. Einen entsprechenden Auftrag hat die Stadt an ein Ingenieurbüro vergeben, wie Bürgermeister Roland Schäfer berichtet: „Es hat auch schon einen Ortstermin gegeben.“

Ergebnisse haben die Ingenieure noch nicht vorgelegt. Von ihnen hängt jedoch ab, ob sich der Wunsch des Bergbau-Geschichtskreises erfüllt, das Gerüst als Zeugnis der Bergkamener Bergbau-Historie zu erhalten. Klar ist auf jeden Fall, dass es nicht dort bleiben kann, wo es im Moment steht. Diesen Standort benötigt die RAG für die Grubenwasserhaltung. Und da sie dafür ein Maschinenhaus errichten will, wollte sie den Zechenturm eigentlich abreißen.

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Bürgermeister verspricht ernsthafte Prüfung

Deshalb schlug der Bergbau-Geschichtskreis vor, das Bauwerk innerhalb des Areals zu versetzen. Die Stadt, so versichert Schäfer, will diese Idee nicht von vorneherein von der Hand weisen: „Wir prüfen das sehr ernsthaft.“

Allerdings seien auch noch etliche Fragen offen. Zum Beispiel die der Kosten. Wobei das eigentliche Versetzen noch nicht einmal das größte Problem ist.

Der andere Förderturm der ehemaligen Zeche war bereits 2005 gesprengt worden.

Der andere Förderturm der ehemaligen Zeche war bereits 2005 gesprengt worden. © Archiv

Vermutlich sei das technisch machbar und wohl auch bezahlbar, meint Schäfer. „Viel wichtiger sind die Kosten für den Unterhalt.“ Denn die fallen regelmäßig an.

Die RAG hatte angegeben, dass der notwendige Korrosionsschutz für die Metallkonstruktion mehrere Millionen Euro koste. Das Unternehmen wendet jedoch eine ziemlich aufwendige Methode an, um seine Fördergerüste gegen Rost zu schützen. Möglicherweise lässt sich das auf günstigere Art und Weise bewerkstelligen. Auch diese Frage sollen die Ingenieure beantworten.

Es gibt wohl nur einen möglichen Standort

Allerdings gibt es noch eine wichtigen Punkt, der bisher ungeklärt ist: Der neue Standort für das Fördergerüst. Allzu viele Möglichkeiten gibt es dafür nicht, denn auf dem Haus-Aden-Areal entsteht bekanntlich die Wasserstadt Aden, sodass ein Großteil der Fläche schon verplant ist.

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Lauf Schäfer gibt es wohl nur einen Platz und der gehört der RAG, die dementsprechend ihr Einverständnis geben müsste. Außerdem müssen die Gerüst-Verteidiger noch eine politische Mehrheit organisieren: Letzten Endes, erläutert Schäfer, entscheidet der Stadtrat über den Erhalt des Fördergerüstes.

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