Flucht mit dem Roller kostet die Freiheit

dzWilde Verfolgungsjagd

Als er der Polizei auf einem führerscheinpflichtigen Roller mit falschen Kennzeichen und ohne Versicherungsschutz begegnete, trat ein Bergkamener die Flucht an. Das kostet ihn die Freiheit.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 01.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Beamten in Zivil hörten den Roller, bevor sie ihn am 31. Mai überhaupt sahen. Das laute Knattern weckte ihr Interesse.

Doch der Fahrer, ein 22-jähriger Bergkamener, gab Gas. Es kam zu einer wilden Verfolgungsjagd über Straßen, Feldwege und enge Gassen von Bergkamen nach Kamen – und das alles mit bis zu 70 Stundenkilometer.

Die Polizisten zogen Unterstützung hinzu, doch selbst eine Sperre mit Blaulicht und eine rote Ampel an einer größeren Kreuzung konnten den Mann nicht bremsen. Er raste weiter. Schließlich ließen ihn die Beamten verschwinden. Allerdings konnte er über das falsche Kennzeichen ermittelt werden. Und damit hatte er nun reichlich Ärger am Hals.

Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz musste er sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Kamen verantworten. Der Angeklagte entschied sich, die Karten sofort auf den Tisch zu legen und die in jeder Hinsicht verbotene Fahrt einzuräumen. Auch versicherte er: „Ich kann nur sagen, dass es mir leid tut und dass so etwas nie wieder vorkommen wird.“

Die Einsicht kam allerdings deutlich zu spät. Seit dem Jahr 2010 beschäftigt der junge Bergkamener die Justiz regelmäßig – mit Diebstahl, Schwarzfahrten, Beleidigung, Brandstiftung, Sachbeschädigung und zuletzt auch mit Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Auferlegte Sozialstunden, kassierte Geldstrafen und letztlich auch eine Bewährungsstrafe konnte ihn offenbar nicht davon abhalten, sein Glück im Mai erneut auf die Probe zu stellen.

Der Richter brachte es später auf den Punkt: „Sie nehmen die Justiz offenbar nicht ernst.“

Aus diesem Grund endete die Sache für den 22-Jährigen Bergkamener richtig bitter: Er wurde zu sieben Monaten Haftstrafe verurteilt – und das diesmal ohne Bewährung.

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