Fledermäuse als unerwartete Haustiere im eigenen Garten

dzNaturschutz

Eine Bergkamenerin wundert sich, dass abends Fledermäuse durch ihren Garten fliegen. Das ist gar nicht so selten. Die Tiere lassen sich gerne dort nieder, wo sie Insekten als Nahrung und eine Schlafhöhle finden.

Bergkamen

, 30.08.2019, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeden Abend, wenn Helga Bäcker aus der Bernhard-Letterhaus-Straße zusammen mit ihrem Lebensgefährten im Strandkorb im Garten sitzt, bietet sich ihnen das gleiche Schauspiel. Gegen 21 Uhr sehen sie Fledermäuse durch den Garten flitzen. „Die fliegen immer um uns herum und sind wirklich flott unterwegs“, schildert die Bergkamenerin Sie findet es ungewöhnlich, die Tiere in ihrem Garten zu sehen, denn sie wohnt mitten in einer Siedlung und rundherum stehen Häuser.

Wer einmal am Beversee auf Fledermaustour unterwegs war und mithilfe von Bat-Detektor und Suchscheinwerfer versucht hat, die Tiere aufzustöbern, kann ihr nur zustimmen. Diplom-Biologe Klaus Klinger von der Biologischen Station auf der Ökostation findet das Feldermaus-Vorkommen an der Bernhard-Letterhaus-Straße aber nicht so ungewöhnlich.

Fledermäuse als unerwartete Haustiere im eigenen Garten

Fledermäuse hängen sich tagsüber kopfüber an die Decke und schlafen. © dpa

Tiere schlafen tagsüber in der Nähe

Die Fledermäuse hätten offenbar Unterschlupf in der Nähe gefunden, vermutet er – einen Hohlraum am Haus oder an der Garage oder eine Baumhöhle. Fledermäuse gehen auch gerne in Gemäuer, in denen sie ungestört sind – zum Beispiel in Kirchtürme. Dort schlafen die Tiere kopfüber bis zum Einbruch der Dunkelheit. Gegen 21 Uhr, wenn es dunkel ist, sei die typische Zeit, in der die Fledermäuse aus ihrer Höhle kommen und sich auf Nahrungssuche machen. Die Tiere sind in dieser Zeit für einige Minuten zu sehen. Dann ziehen sie auf der Suche nach Nahrung auch weitere Kreise, erläutert Klinger. „Wenn man sie sieht, ist das ein schönes Naturschauspiel“, sagt er.Dass die erst bei Einbruch der Dunkelheit ausfliegen, hat einen guten Grund: Nachts fliegen die Greifvögel nicht. Sie gehören zu den natürlichen Feinden der Fledermäuse.

Auf der Jagd nach Insekten

Die Nahrung von Fledermäusen sind Insekten, die ebenfalls nachts unterwegs sind – zum Beispiel Nachtfalter, aber auch Heuschrecken. Mücken und anderes. Gefährlich sind die Tiere, die unter Naturschutz stehen übrigens nicht. „Sie sind keine Blutsauger, um schon mit dem ersten Gerücht aufzuräumen“, sagt Klinger. Fledermäuse würden niemals Menschen angreifen. Und wenn sie auf einem Menschen zufliegen: keine Angst. Fledermäuse sind neugierig und so geschickte Flieger, dass sie auf jeden Fall ausweichen, bevor es zur Kollision kommt.

Wenn sie sich in einem Hohlraum am Haus einnisten, sollten sich Hauseigentümer freuen, meint Klinger – denn die Tiere sind ungefährlich und nützlich.

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