Fiktionaler Ratgeber zur Selbstständigkeit

dzWoche des Buches

Die Gelegenheit, einen Kultautor kennenzulernen, der nicht nur vorliest, sondern auf Impro-Elemente setzt und Geschichten aus dem Leben erzählt, gefiel den Freiherr-vom-Stein-Realschülern.

Bergkamen

, 20.11.2018, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der eine Moment, in dem Oliver Uschmann kurz über sich, länger über den Protagonisten seine Buches „Nicht weit vom Stamm“ erzählt, reicht, um die Neunt- und Zehntklässler in der Bücherei zu fesseln. Als er mit dem Vorlesen beginnt, ist es still.

Uschmann ist nicht das erste Mal im Rahmen der „Woche des Buches“ an der Schule. Mindestens fünfmal sei er mindestens schon hier gewesen. Allzuweit ist die Anreise für ihn nicht: Der Autor lebt in Herbern, aufgewachsen ist er allerdings in Wesel.

Viel zu viele Seiten

Dort spielt auch seine Geschichte, die von einem 17-jährigen aus „gutem Hause“ erzählt, der auf die schiefe Bahn geraten ist, zuviel trinkt, sich schlägt und andere mobbt. Und auf den Zuhause ein Übervater wartet, der scheinbar unerreichbar ist. „Die Geschichte ist ein fiktionaler Ratgeber, um selbstständig zu werden“, sagt Uschmann über dieses Buch, das eigentlich viel zu dick sei, um in der Schule als Lektüre herhalten zu können.

Aber draus vorlesen könne man dort gut. Alle Hauptfiguren in seinen Büchern sind Jungen, sagt Uschmann und fügt hinzu, dass er so hoffe, vielleicht doch den ein oder anderen jungen Mann doch noch zum Lesen anzuhalten. Denn dass Jungen weniger Zeit mit Büchern verbringen als Mädchen, sei kein Geheimnis. Seine Geschichten sind mitten aus dem Leben, und selbst wenn die Hauptfigur in „Nicht weit vom Stamm“ zunächst ein ziemlich mieser Mensch sei, gebe es zum Ende einen Wandel. Den Realschülern erzählt Oliver Uschmann nicht nur die eigentliche Story, sondern zwischendurch gibt er immer wieder auch ein Stückchen seiner eigenen Geschichte preis. Dass es zum Beispiel gar nicht so leicht sei, die Hauptperson etwa über die Hälfte des Buches als miesen Menschen darzustellen. Lauter Schimpfworte habe er zudem für diese Lektüre schlicht erfunden.

Nach der eigentlichen Lesung, die rund eine Stunde dauert, haben die Schüler noch Gelegenheit zu einem Gespräche mit dem Autor. Dieser Austausch mit jungen Menschen verlaufe oft ähnlich, so Uschmann. Da sei die Fraktion, die selbst gern liest und wissen möchte, wie lange es dauert, ein Buch zu schreiben. „Und dann sind da noch die pragmatischen, die wissen wollen, wie viel ich verdiene“, sagt Uschmann. Die Freiherr-vom-Stein-Schüler jedenfalls kennen ihn, einige von ihnen waren gerade erst auf der Schule, als sie ihm das erste Mal zuhörten und waren auch am Dienstag gespannt auf das, was der Schriftsteller ihnen noch über die Geschichte „Nicht weit vom Stamm“ verriet.

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