Rauch auf dem Bayergelände: Die Feuerwehr muss trotzdem niemand rufen

dzFeuerwehr

Von dem Gelände der Firma Bayer wird am Dienstag Rauch aufsteigen, den nicht nur die Nachbarn, sondern auch angrenzende Kommunen wahrnehmen werden. Die Feuerwehr muss man aber nicht rufen.

Bergkamen

, 07.02.2020, 12:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Bergkamener am Dienstag, 11. Februar, Rauch von dem dem Gelände des Bayerwerks an der Ernst-Schering-Straße aufsteigen stehen, müssen sie nicht besorgt sein. Und auch die Feuerwehr müssen sie nicht rufen – denn die ist in diesem besonderen Fall der Verursacher für die Rauchentwicklung.

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Wie das Unternehmen mitteilt, führt nämlich die hauseigene Werkfeuerwehr auf dem Gelände des Konzerns eine Löschübung durch. „Dabei trainiert die Wehr den Einsatz unterschiedlicher Löschmittel.“ Die Übung wird im östlichen Bereich des Werks stattfinden. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr könne es zu einer Rauchentwicklung kommen – die ist laut Bayer gesundheitlich unbedenklich.

Der Rauch wird auch in den angrenzenden Bereichen der Stadt Bergkamen wahrnehmbar sein, so das Unternehmen. Für mögliche Beeinträchtigungen bittet es die Nachbarn um Verständnis.

Rauch auf dem Bayergelände: Die Feuerwehr muss trotzdem niemand rufen

Das neue Fahrzeug (vorne) der Werkfeuerwehr bietet Platz für sieben Personen. Die Teleskopmastbühne kann in einer Minute 6.000 Liter Wasser in mehr als 40 Meter Höhe befördern und ist damit bundesweit eine Besonderheit. © Bayer AG

Die Bayer-Werkfeuerwehr ist rund um die Uhr im Einsatz

Die Werkfeuerwehr stellt die Sicherheit im Werk rund um die Uhr sicher, die zehn hauptberuflichen Kräfte haben ständig Bereitschaft. Dass es für Bayer eine spezielle Feuerwehr gibt, liegt daran, dass in dem Chemiebetrieb Stoffe zum Einsatz kommen, die sich mit konventionellen Mitteln nicht löschen lassen.

Erst im August vergangenen Jahres brannte ein Stoff, der sich nicht mit Wasser löschen ließ.
Es soll sich um Aluminiumalkyle gehandelt haben, die im Verfahrenstechnikum ausgetreten waren. Dieser Stoff entzündet sich selbst, wenn er mit Luft in Kontakt kommt und reagiert in Verbindung mit Wasser heftig. Einfach löschen kann man einen solchen Brand also nicht.

Doch die Werksfeuerwehr ist auf solche Fälle gefasst und löschte den Brand schon nach wenigen Minuten.

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Die Wehr muss eher selten löschen, übt aber regelmäßig

Die Wehr ist speziell ausgestattet und nicht nur für Bayer, sondern auch für die anderen Firmen zuständig, die ihren Sitz im Chemiepark Bergkamen haben. Wie jede andere Feuerwehr auch, muss sie in Übung bleiben.

Denn es kommt nicht allzu häufig vor, dass sie im Arbeitsalltag tatsächlich löschen muss. Feuerwehrchef Martin Naumann schätzte in einem Gespräch mit der Redaktion kürzlich, dass es etwa 90 bis 100 Alarme im Jahr gibt. In etwa 90 Prozent der Fälle gibt es aber nichts zu löschen.

Dass es auch mal Fehlalarme gibt, liegt an den vielen und sensiblen Brandmeldeanlagen. Sie können schon durch Staub oder Dampf ausgelöst werden.

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