Die Stadt Bergkamen will das freiwillige Engagement ihrer Feuerwehrleute belohnen. Fragt sich nur, wie? © Michael Neumann
Feuerwehr

„Feuerwehrrente“: Stadt hat Geld, aber keine guten Ideen

Die Stadt will das Engagement ihrer freiwilligen Brandbekämpfer belohnen. Geld ist nicht das Problem. Aber es mangelt an guten Einfällen, von denen wirklich alle Feuerwehrleute etwas haben.

Rund 1,2 Millionen Euro hat die Stadt Bergkamen im vergangenen Jahr für ihre Feuerwehr ausgegeben. Und damit fährt sie beim Brandschutz für ihre Bürger vergleichsweise günstig, findet Feuerwehrchef Dirk Kemke.

Seine Feuerwehrleute engagieren sich allesamt ehrenamtlich, anders als vergleichbare Kommunen kann Bergkamen deshalb auf eine Berufsfeuerwehr verzichten. Ansonsten kämen auf die Stadt erhebliche Lohnkosten zu, sagte Kemke, als er im neu gebildeten Rats-Ausschuss für öffentliche Sicherheit und Ordnung den Jahresbericht der Feuerwehr vorstellte.

Im Jahr 2020 gab es 478 Feuerwehr-Einsätze

Der Brandschutz ist natürlich dennoch gesichert. Sonst würde die Bezirksregierung nicht regelmäßig die Ausnahmegenehmigung für Bergkamen verlängern. Das hängt auch damit zusammen, dass die Feuerwehr stets ausreichend Männer und Frauen findet, die sich engagieren. Aktuell sind 206 Feuerwehrleute im aktiven Dienst, die 2020 insgesamt 478 Einsätze fuhren. Dafür ist ihnen der Dank der Kommunalpolitiker und der Stadtspitze sicher.

Bei Gefahr rückt die Freiwillige Feuerwehr zu jeder Tages- und Nachtzeit aus. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Allerdings sollen die Feuerwehrfrauen und -männer auch etwas mehr als wohlklingende Reden bekommen. Deshalb war 2019 der Vorschlag der CDU auf allgemeine Zustimmung gestoßen, eine „Feuerwehrrente“ einzuführen, wie es sie in anderen Städten bereits gibt. 20.000 Euro standen dafür im städtischen Haushalt 2020 bereit.

Feuerwehrchef Kemke: „Es geht um das Hier und Jetzt“

Das Alterseinkommen der Feuerwehrleute wird das Geld allerdings nicht aufstocken. „Wir betrachten ,Feuerwehrrente‘ als Arbeitsbegriff“, sagte die städtische Beigeordnete Christine Busch im Ausschuss. Ein junger Mensch, der überlegt, zur Feuerwehr zu gehen, finde es nicht attraktiv, in ein paar Jahrzehnten ein paar Euro mehr Rente zu bekommen.

Kemke sieht das genauso: „Es geht um das Hier und Jetzt und nicht um die ferne Zukunft.“ Deshalb soll es eine „Rente“ geben, von der alle Feuerwehrleute etwas haben. Das aber ist gar nicht so einfach: „Uns ist noch nichts Gutes eingefallen“, gab Busch zu. Deshalb will sie sich jetzt noch einmal mit der Feuerwehrführung zusammensetzen und neue Ideen entwickeln.

Die 20.000 Euro im Haushalt sind nicht verfallen. Sie Stadt hat sie den sechs Feuerwehr-Einheiten zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde die Ausrüstung für Zeltlager der Jugendfeuerwehr erneuert: Dort engagieren sich die künftigen Feuerwehrleute.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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